Jimmy Savile.

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Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht. Mit seinem Hang zur Extravaganz und seinen Spenden in Millionenhöhe entzückte der britsche Starmoderator und DJ Jimmy Savile (1926–2011) jahrzehntelang eine ganze Nation. Zum Ritter geschlagen, von Premierministerin Margaret Thatcher und den Royals hofiert, verbarg sich hinter seinen verrückten Outfits und seinen Charity-Aktionen ein Mensch, der seine Machtposition ausnutzte, um hunderte Menschen zu missbrauchen – vorwiegend junge Mädchen. Scotland Yard nannte ihn den schlimmsten Sexualverbrecher in der Geschichte des Landes.

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Zur Rechenschaft gezogen wurde er nie. Warum es nicht dazu gekommen ist, rollt die zweiteilige Dokumentation "Jimmy Savile: A British Horror Story" noch einmal sehenswert auf – zu sehen auf Netflix. Schuld ist ein Multiorganversagen aus säumigen Polizeiermittlungen und vielen Augen, die wegschauen mussten, damit einer mit seinen Grausamkeiten durchkommt. Besonders perfide ist, was Savile in Krankenhäusern und psychiatrischen Anstalten gemacht hat. Von sexueller Belästigung wehrloser Patientinnen über Vergewaltigungen und Nekrophilie war alles dabei, nachdem er sich mithilfe seiner Spendensammlungen und ehrenamtlichen Tätigkeiten Zutritt verschaffen konnte.

Nicht einmal seine engsten Freundinnen und Freunde wollten etwas gesehen haben. Denn Jimmy Savile war einfach nur "Jimmy", die Ikone der Hitparaden-Sendung "Top of the Pops" und der Erfüller von Kinderwünschen in der BBC-Sendung "Jim’ll fix it". Vor allem hielt auch seine langjährige Arbeitgeberin, die BBC, lange ihre schützende Hand über ihr Aushängeschild. Eine echte Horrorstory! (Oliver Mark, 27.4.2022)