Das Eckhaus mit der einst neogotischen Fassade ist nun endgültig Geschichte.

Foto: Putschögl

Gut die Hälfte des Hauses in der Radetzkystraße 24–26 in Wien-Landstraße ist schon seit Februar Geschichte. Damals rollten mit gut vier Jahren Verspätung endgültig die Abbruchbagger an. In der anderen Hälfte des Hauses waren bis vor kurzem aber noch zwei Wohnungen bewohnt, daher musste mit den Abbrucharbeiten gewartet werden.

Allerdings hieß es schon im Februar, dass mit den verbliebenen Mieterinnen und Mietern vonseiten des Eigentümers eine Einigung erzielt worden war und diese demnächst ausziehen würden. Das ist nun offenbar geschehen, denn nun rücken die Abbruchbagger auch dem noch verbliebenen Teil des Eckhauses mit einst neogotischer Fassade zu Leibe.

Das Haus in der Radetzkystraße, in dessen Erdgeschoß einst das Café Urania untergebracht war, lässt seit einigen Jahren die Wogen hochgehen. Der Eigentümer des Hauses, Baujahr 1856, begann 2018 mit dem Abbruch – und zwar kurz bevor eine Gesetzesänderung in Kraft trat, die den Abbruch alter Häuser erschweren sollte.

Einigung mit Mieterinnen und Mietern

Damals wohnten noch mehrere Menschen in dem Haus, die Arbeiten wurden von der Baupolizei eingestellt. Das Haus war seither allerdings schwer beschädigt. Viele Fenster sowie das obere Stockwerk des Hauses fehlten lange Zeit. Das Haus beschäftigte fortan die Gerichte. 2020 verdonnerte der Oberste Gerichtshof den Eigentümer dazu, Fenster und Dach wiederherzustellen. Dem kam dieser auch nach.

Die Mieterhilfe der Stadt Wien hat die verbliebenen Mieter in den letzten Jahren unterstützt. Für sie seien "hervorragende" Lösungen gefunden worden, entweder in Form von Ersatzwohnungen oder Abschlagszahlungen, hieß es dazu im Februar dem STANDARD gegenüber. Zu den genauen Details wurde aber Stillschweigen vereinbart.

Anstelle des Altbaus wird in der Radetzkystraße 24-26 eine Wohnhausanlage entstehen, die laut Baupolizei "die Bebauungsbestimmungen zur Gänze einhält". (zof, 27.4.2022)