Für die Bildungssprecherin der Grünen, Sibylle Hamann, ist die Sommerschule eine "großartige Möglichkeit, Praxiserfahrungen zu sammeln" – nun auch bezahlte.

Foto: Regine Hendrich

Studierende, die an einer Sommerschule unterrichten, sollen – anders als bisher – bezahlt werden. Pro Unterrichtsstunde sollen sie 25 Euro erhalten, sieht ein Entwurf zu einer Dienstrechtsnovelle vor, der am Mittwoch in Begutachtung geht. Wie schon bisher werden außerdem fünf ECTS-Punkte für das Studium angerechnet. Lehrer können zwischen 50 Euro pro Unterrichtsstunde und Zeitausgleich wählen. Direktoren erhalten je nach Gruppenanzahl an der Schule insgesamt zwischen 600 und 1.000 Euro.

Erleichterte Personalsuche

Auch heuer findet die Sommerschule wieder in den letzten beiden Ferienwochen statt. Die Teilnahme ist sowohl für Schüler wie auch für Lehrkräfte freiwillig, es gibt auch keine Noten. Abgehalten wird der Unterricht durch Lehramtsstudierende und Lehrer – im Vorjahr gab es in manchen Bundesländern Probleme, ausreichend Personal dafür zu finden. Außerdem wurde kritisiert, dass Studentinnen und Studenten lediglich ECTS-Punkte für ihr Studium erhalten, aber keine finanzielle Abgeltung. Mit der Novelle soll nun die Arbeit an der Sommerschule attraktiver werden.

Studierende sollen künftig 25 Euro pro Unterrichtsstunde erhalten und sich einmalig fünf ECTS für ihr Studium anrechnen lassen können. Da die Sommerschule vier Unterrichtsstunden pro Tag umfasst und zwei Wochen dauert, kommen sie also auf 1.000 Euro. Lehrer dürfen (zusätzlich zu ihrem normalen Gehalt) zwischen 50 Euro pro Unterrichtsstunde und einem Zeitausgleichsmodell wählen. Sie erhalten also 2.000 Euro oder dürfen ihre Unterrichtsverpflichtung für das anschließende Schuljahr um eine Stunde reduzieren.

Direktoren erhalten keine Abgeltung pro Stunde, sondern werden (ebenfalls zusätzlich zum normalen Gehalt) nach der Anzahl der an "ihrer" Schule betreuten Sommerschulgruppen bezahlt. Bei bis zu vier Gruppen gibt es 600 Euro, bei fünf bis elf Gruppen 800 Euro und ab zwölf Gruppen 1.000 Euro.

Praxiserfahrung

"Ein Schulleben ohne Sommerschule ist schon im dritten Jahr ihres Bestehens nicht mehr vorstellbar", so Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) in einer Aussendung. "Alle, die am Unterricht der Sommerschule beteiligt sind, bekommen durch die Dienstrechtsnovelle nun eine zusätzliche Entlohnung."

"Die Sommerschule bietet Studierenden eine großartige Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln", meinte die Bildungssprecherin der Grünen, Sibylle Hamann. Allerdings müssten viele in den Ferien auch Geld verdienen. "25 Euro pro Stunde sind ein attraktives Angebot für einen guten, sinnstiftenden Sommerjob, und ich hoffe, dass möglichst viele Studierende es annehmen." (APA, red, 27.4.2022)