Jasper Engelhardt als Teenager Christopher in "Supergute Tage", Theater der Jugend Wien.

Foto: Rita Newman

Das auf Mark Haddons Roman basierende Theaterstück von Simon Stephens, Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone, hat seit der deutschsprachigen Erstaufführung 2013 auch hierzulande Karriere gemacht. Im Zentrum steht ein 15-jähriger Teenager mit autistischen Eigenschaften, dessen Eltern auf ganzer Strecke überfordert sind. Die aktuelle Inszenierung im Theater der Jugend, Spielstätte Theater im Zentrum (Regie: Carmen Schwarz), schärft diese Schlagseite weiter zu. Leider aber so weit, dass es punktuell lachhaft wird.

Auf einer Bühne mit großen, nach Art des Playmobil-Spiels zusammengesteckten Rasen-Puzzleteilen (Bühne: Janna Keltsch) findet Christopher (Jasper Engelhardt) den Hund der Nachbarin tot mit einer Mistgabel im Bauch. Dass der Jugendliche aufgrund seiner besonderen, zwanghaften Fähigkeiten da Stress bekommt, insbesondere mit einem Polizisten, liegt auf der Hand.

Konfliktuntauglich

Dass aber auch Vater und Mutter alles so derart falsch und verantwortungslos angehen (die Mutter verließ den Sohn ohne ein Wort; der Vater belügt den Sohn über den Verbleib der Mutter) und einfach zu oft ins Leere hinein "Ich verspreche es dir" sagen, ist eine Schwäche des Plots. Es macht ihn konfliktuntauglich, denn wer würde bei solchen Eltern nicht Reißaus nehmen? Mehr als ein Stück über einen Teenager wird Supergute Tage also zu einem über unfähige Eltern.

Christophers Leben würde nämlich ganz gut laufen. Er will nur nichts Braunes oder Gelbes essen und lieber nicht berührt werden. Und er träumt davon, einmal Astronaut zu sein, was Regisseurin Schwarz mit schönen grafischen Projektionen darstellt, die Christophers Wahrnehmungswelt passend abbilden. Etwa auch die Details einer beim Zugfahren vorbeiziehenden Landschaft. (Margarete Affenzeller, 27.4.2022)