Layla (Aleyna Cara, l.) probiert im Brautladen von Dalida (Narges Rashidi, r.) Brautkleider an.

Foto: ZDF/Marion von der Mehden

Hamburg – Eine junge Frau wird beim Anprobieren ihres Brautkleides erschossen, auch ihr Verlobter stirbt bei dem Mord in einem Hamburger Modegeschäft. Die Opfer liegen in ihrem Blut, nur die Verkäuferin ist telefonisch gewarnt worden und blieb unversehrt. Der Vater der Braut sinnt auf Rache – da kommt ein ungewöhnliches Polizistenpaar ins Spiel. So beginnt der letzte Teil einer losen Krimireihe, die 2013 begann und nun am Montag im ZDF mit "Alles auf Rot" abgeschlossen wird.

Die junge Braut war die Tochter des Unterweltkönigs Walid Schukri (Kida Khodr Ramadan), der gerade in Haft sitzt. Genauso hinter Gitter gesperrt ist der ehemalige Polizist Erich Kessel (Fritz Karl). Schukri bietet Kessel kurz vor dessen Entlassung in die Freiheit 50.000 Euro, wenn er den Mörder seiner Tochter fasst.

Das Geld könnte der korrupte Beamte gut gebrauchen. Will er doch sein Haus abbezahlen und mit seiner Frau Claire (Jessica Schwarz) – nach dem Tod ihrer kleinen und kranken Tochter – endlich zur Ruhe kommen.

Lars Becker schrieb auch das Drehbuch

Doch aus der Ruhe kann nichts werden. Kessels Kumpel und Kollege Mario Diller (Nicholas Ofczarek) ist nämlich auf der Spur des mutmaßlichen Killers Goran Jankovic (Slavko Popadic). Dazu benötigt er die Hilfe von Kessel, der jetzt als Barmann arbeitet. Sein Chef Paul Epstein (Martin Brambach) und Staatsanwältin Soraya Nazari (Melika Foroutan) lassen ihn heimlich aushorchen und beobachten.

Regisseur Lars Becker (68, "Nachtschicht", "Der gute Bulle") hat auch das Drehbuch geschrieben und bringt seine bisherige Trilogie nach neun Jahren mit Teil vier zu einem ebenso bitteren wie konsequenten Ende. Seine beiden verkorksten Hauptfiguren sind im Grunde zwei arme, abgebrühte Männer, die ihren ehrbaren Beruf verraten, ohne jedoch wirklich böse zu sein. Vielmehr verschieben sie ihre Grenzen immer weiter ins Verbrecherische hinein. Sie sind korrupte und zugleich charmante Lügner und Blender, die sich ihre eigene Wahrheit irgendwie zurechtbiegen. Das muss natürlich nahezu zwangsläufig schiefgehen.

Fritz Karl (54, "Sugarlove") spielt hier einen durchaus charmanten Mann, der schon fast tot war, irgendwie auf die schiefe Bahn geraten ist und dessen Frau ihn trotz einer Affäre noch immer liebt. Seinen Gegenpart gibt mit Nicholas Ofczarek (50, "Der Pass") ein weiterer österreichischer Schauspieler, der seine Frau tatsächlich verloren hat, sich immer verzweifelter um einen Rest von Redlichkeit bemüht und eben doch von seinem Freund immer weiter in einen gefährlichen Strudel gezogen wird. (APA, dpa, 2.5.2022)