Die Inflation steigt und macht das tägliche Leben teurer. Angetrieben wird die Teuerung von hohen Energie- und gestiegenen Nahrungsmittelpreisen. Das trifft vor allem jene Haushalte, die ohnehin knapp bei Kasse sind. In jeder Krise gibt es aber auch Profiteure. An den hohen Preisen schneiden Unternehmen wie die OMV oder der Verbund derzeit ordentlich mit, auch der Lebensmittelhandel floriert. Es folgt, was folgen muss: ein Aufschrei, dass es unmoralisch sei, wenn diese Konzerne jetzt groß abcashen würden. Laut wird auch der Ruf nach dem Staat, der hier eingreifen solle.

Die OMV ist einer der Profiteure der hohen Preise. Muss der Staat hier eingreifen?
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Der Staat ist an der OMV zu 31,5 Prozent beteiligt und hat für 2021 eine Dividende von 190 Millionen Euro kassiert. Der 51-Prozent-Anteil am Verbund brachte Österreich 2021 eine Dividende von 132,9 Millionen Euro. Verdienen diese Unternehmen jetzt mehr, steigt auch der Anteil, der an den Finanzminister fließt. Und das ist gut so.

Die Pandemie hat ein Loch in den Staatshaushalt gerissen. Die Corona-Hilfen – inklusive Haftungen – haben bisher 43 Milliarden Euro gekostet. Das muss refinanziert werden. Der Staat wird zudem Geld brauchen, um jene weiter gut durch die Krise zu bringen, die Hilfe brauchen. Daher wäre es günstig, könnte der Staat – etwa durch eine zeitlich begrenzte höhere Gewinnbesteuerung – mehr mitnaschen. Auch große Konzerne haben von Hilfen wie der Kurzarbeit profitiert und verdienen jetzt wieder sehr gut. Dem Nehmen sollte jetzt ein Geben folgen. (Bettina Pfluger, 29.4.2022)