Bitcoin sei ein reines Spekulationsobjekt, begründet Buffett seine Aussage.

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Warren Buffett mag einer der erfolgreichsten Investoren der vergangenen Jahrzehnte sein, eines ist er hingegen definitiv nicht: ein Fan von Kryptowährungen. Immer wieder hatte sich der Starinvestor in den vergangenen Jahren kritisch gegenüber Bitcoin geäußert.

Keine 25 Dollar

Im Rahmen der aktuellen Aktionärsversammlung seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway wurde Buffett nun aber auf Fragen aus dem Publikum noch einmal deutlicher. "Selbst wenn Sie mir sagen würden, dass Sie alle Bitcoins der Welt besitzen und mir für 25 Dollar verkaufen würden, würde ich das ablehnen", formuliert der 91-Jährige seine Position.

Der Grund dafür: Bitcoin habe schlicht keinen innewohnenden Wert, es sei ein reines Spekulationsobjekt. Alles, was er mit den Bitcoins tun könnte, wäre, diese wieder jemandem anderen weiterzuverkaufen, ansonsten wären sie komplett nutzlos. Und zwar um einen kaum höheren Preis, als er sie bekommen hat, eben weil es keinen immanenten Wert gibt.

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Oder, um auch einen direkten Vergleich anzustellen: Würde jemand im Publikum sämtliches Ackerland der USA besitzen, und er könnte ein Prozent davon um 25 Milliarden kaufen, er würde den Scheck sofort ausstellen. Das sei ein guter Deal für etwas, das wirklich produktiv nutzbar sei, das einen laufenden Ertrag abliefern könne. Und selbst bei einem guten Gemälde sei die Chance sehr gut, dass dies noch in 500 Jahren einen gewissen Wert habe.

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Klar könnte er auch eine eigene "Berkshire Coin" als Ersatzwährung auf den Markt bringen und damit Geld machen. Aber das ändere nichts daran, dass es in den USA nur eine Währung gebe, und wer glaube, die Regierung würde zulassen, dass der Dollar durch eine digitale Währung von Berkshire oder wem auch immer abgelöst werde, der sei schlicht verrückt.

Gegner

Dass solche Aussagen bei Bitcoin-Maximalisten nicht gut ankommen, ist logisch. Entsprechend gilt Buffett manchem von ihnen gar als "Feind Nummer eins". Wörtlich wählte erst vor wenigen Wochen Techinvestor Peter Thiel im Rahmen der "Bitcoin 2022" diesen Begriff für Buffett – nur um ihn gleich danach als "soziopathischen Großvater aus Omaha" zu bezeichnen, der der "revolutionären Jugendbewegung" Bitcoin im Weg stünde.

Thiel ist als einer der Gründer von Paypal reich geworden und hat sich darauf basierend eine mächtige Position im Silicon Valley erarbeitet. In den vergangenen Jahren war er aber auch mit seiner öffentlichen Unterstützung für Donald Trump aufgefallen, zudem ist er mittlerweile Arbeitgeber des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. (red, 2.5.2022)