Kürzlich spielte eine der populärsten TV-Sendungen im russischen Staatsfernsehen, 60 Minuten, auf Rossija 1 einen Atomangriff auf Europa durch. "Eine Sarmat-Rakete, und das war’s, die Britischen Inseln gibt es nicht mehr", sagte der Hauptgast der Sendung, ein rechtsnationaler Politiker. Dazu zeigte die Redaktion eine Grafik, wie die Raketen von der Enklave Kaliningrad an der Ostsee aufsteigen.

Laut einer der populärsten TV-Sendungen im russischen Staatsfernsehen hat mit dem Angriff auf die Ukraine der Krieg gegen Europa begonnen.
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Einer der bekanntesten Talkshow-Moderatoren, Wladimir Solowjow, drohte zuletzt der Nato mehrfach mit Atomkrieg: "Die Ukrainer allein sind nicht mehr genug. (…) Der Krieg gegen Europa und die Welt nimmt immer konkretere Konturen an, was bedeutet, dass wir anders und härter handeln müssen." Bei Solowjow tritt häufig der Politikwissenschaftler Sergej Michejew auf. Der freut sich schon auf die Vernichtung Warschaus "binnen einer Sekunde".

Solowjow, der sich selbst als gläubigen Juden bezeichnet, steigerte sich bei anderer Gelegenheit in einen Rant gegen Wolodymyr Selenskyj hinein: "Du bist kein Jude. Du bist kein Gläubiger. Du bist der pure, billige Teufel. Du hast den russisch-orthodoxen Kriegern gezeigt, dass sie nicht nur Nazis bekämpfen, sondern Teufel." Passt dazu, dass Außenminister Sergej Lawrow im Zusammenhang mit Selenskyj sagte, auch "Hitler hatte jüdisches Blut".

Mit diesen Leuten soll die Ukraine laut deutscher Friedensbewegung einen Kompromissfrieden schließen. (Hans Rauscher, 2.5.2022)