75 Prozent der Medizinstudienplätze sind für Personen mit österreichischer Matura reserviert.

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Wien – 77 Prozent der deutschen Absolventen eines Medizinstudiums an einer österreichischen Uni gehen innerhalb von drei Jahren ins Ausland. Das zeigt eine Auswertung der Statistik Austria. Demgegenüber verlassen nur acht Prozent der österreichischen Absolventen das Land – zuletzt blieben sogar wieder mehr in Österreich.

Insgesamt hat sich die Statistik Austria die Wegzüge und Berufseinstiege von Universitätsabsolventinnen und -absolventen aus den Jahren 2008/09 bis 2018/19 näher angesehen – mit einem besonderen Fokus auf die Humanmedizin. Demnach haben in diesem Zeitraum 13.123 Österreicher und 2.360 Deutsche das Studium an den drei Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck beendet (für das neue Studium in Linz gab es noch keine Zahlen, Anm.). 75 Prozent der Studienplätze sind für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, weitere 20 Prozent für Studenten aus EU-Staaten.

Medizinabsolventen ziehen häufiger weg

Obwohl rund fünfeinhalbmal mehr Absolventen aus Österreich stammen, sind damit in absoluten Zahlen wesentlich mehr Deutsche (rund 1.800) als Österreicher (1.050) ins Ausland gegangen.

Betrachtet man nur die österreichischen Medizinabsolventen, fällt auf, dass sie im Vergleich zu anderen Ausbildungsfeldern relativ häufig wegziehen. In den vergangenen Jahren ging dieser Anteil allerdings leicht zurück.

Ähnlich Resultate erhält man, wenn man sich die Erwerbstätigkeit der Absolventen ansieht. Lediglich 21 Prozent der deutschen Diplomabsolventinnen und 24 Prozent der deutschen Diplomabsolventen in der Humanmedizin waren demnach 18 Monate nach dem Abschluss in Österreich erwerbstätig. Bei den österreichischen Absolventinnen liegt der entsprechende Anteil bei 78 Prozent, bei den Absolventen bei 81 Prozent. (APA, 12.5.2022)