TV-Mann Jan Böhermann parodierte die ÖVP zu Zeiten von Kurz das letzte Mal. Die Bilder werden vom Netz dankend weitergetragen.

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"Es gibt Parteien, die tauchen nur vor Wahlen auf" – mit diesen Worten begann der 40. außerordentliche Bundesparteitag der ÖVP. Auch wenn der Partei von Karl Nehammer in den letzten Monaten viel vorgeworfen wurde, nur vor Wahlen in den Schlagzeilen aufzutauchen, nein, das kann man der ÖVP nicht unterstellen.

Diesmal war das Augenmerk der Medien auf die Volkspartei gerichtet, weil Karl Nehammer offiziell zum ÖVP-Obmann gewählt wurde und die fast drei Stunden dauernde Veranstaltung enttäuschte nicht.

So viele Viren

Bei solch einem Parteitag wird natürlich auch vom Netz begeistert mitgefiebert. Mit Sätzen wie "So viele Viren" Aber jetzt kümmert es uns nicht mehr!" war Karl Nehammer und seine Partei dankbarer Stichwortgeber für zahlreiche Kommentare. Auch auch der euphorisch moderierende Peter Madlberger bekam sein Fett weg.

Generalsekräterin Laura Sachslehner, in so manchem Kommentar als künftige Kanzlerkandidatin gehandelt, begrüßte die 1.000 in Graz versammelten Parteifreundinnen und gratulierte unter anderem "Willi" Molterer zu seinem 67. Geburtstag. Dann wurde es allerdings ernst. 515 Stimmberechtigte waren anwesend. Beschlussfähigkeit sei also gegeben, so Sachslehner. Wer wissen wollte, was das "außerordentlich" beim heutigen Bundesparteitag bedeutet – auch hier gab es Aufklärung.

Danach kamen die Ex-Kanzler Schüssel und Kurz auf die Bühne. Schüssel sprach viel über die Geschichte der EU und bedankte sich bei "Karl" für seinen Besuch in Moskau. Kurz meinte, er sei rund 20 Tage im Monat im Ausland – meistens nehme er auch die Familie mit. Er habe viel zu tun, so der Ex-Kanzler.

Klobobmann August Wöginger sorgte dann für die zitierfähigen Sager. Leute sollen halt 40 Stunden arbeiten, dann verdiene man auch über 2.000 Euro – weil genau diese Menschen hätte die ÖVP in den letzten Jahren stark entlastet. Auch in Sachen Fleischkonsum hat er eine klare Meinung. "Wir brauchen fünf Millionen Säue pro Jahr auf unseren Tischen", sagt Wöginger lautstark ins Mikrofon. Leute würden manchmal auch nicht kap... merken, dass man ihnen helfe, bessert sich der Klubobmann gerade noch aus. Mit den Worten "Wir sind Kanzler und das bleiben wir auch," beendete er seine Brandrede.

Am Ende durfte Nehammer lange über seine Agenda, Wohlstand und eine gute Corona-Politik reden. Die ÖVP zeigte sich zufrieden. Das Netz auch.

(red, 14.5.2022)