In einem Laden in San Antonio wird die Anfangsnahrung knapp.

Foto: AP/Gay

Eine Fabrik im Bundesstaat Michigan musste vorerst stillgelegt werden.

Foto: APA/AFP/JEFF KOWALSKY

Washington – Wegen dramatischer Engpässe bei Säuglingsmilchnahrung will die US-Regierung mehr Importe zulassen. Die Arzneimittelbehörde FDA kündigte an, Einfuhrregeln zu diesem Zweck flexibler zu gestalten. FDA-Chef Robert Califf sagte: "Wir hoffen, dass dieser Aufruf an den Weltmarkt erhört wird und dass internationale Unternehmen die Gelegenheit nutzen, um die Versorgung mit Produkten zu verbessern, die für viele Kleinkinder die einzige Nahrungsquelle darstellen."

Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik von Abbott, des größten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung in den USA. Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt.

Die FDA einigte sich nach eigenen Angaben mit dem Hersteller nun auf diverse Vorkehrungen für eine Wiedereröffnung der Fabrik. Bis die Produktion dort aber wieder anlaufe und Säuglingsmilchnahrung an den Handel ausgeliefert werden könne, werde es mehrere Wochen dauern, teilte das Unternehmen mit.

Wegen des Mangels an Babymilchpulver im Land hatte sich zuletzt US-Präsident Joe Biden eingeschaltet und die Regierung angewiesen, dafür zu sorgen, dass Säuglingsmilchnahrung verfügbar ist. Laut FDA werden normalerweise 98 Prozent der verbrauchten Säuglingsnahrung in den USA selbst hergestellt. Importe stammten bisher hauptsächlich von Handelspartnern in Mexiko, Irland und den Niederlanden, hieß es. (APA, 17.5.2022)