Im Februar hat das Parlament Bashagha an die Spitze der libyschen Übergangsregierung berufen.

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Tripolis – Die vom Parlament ernannte libysche Regierung von Fathi Bashagha hat ihren Umzug nach Tripolis, Sitz der international anerkannten Regierung von Abdelhamid Dbeibah, angekündigt. Bashagha sei "in Begleitung mehrerer Minister in der Hauptstadt Tripolis eingetroffen ist, um dort seine Arbeit aufzunehmen", erklärte dessen Pressedienst in der Nacht auf Dienstag. Kurz darauf kam es in Tripolis zu Zusammenstößen zwischen bewaffneten Gruppen.

Das Parlament hatte Bashagha am 10. Februar in der östlichen Stadt Tobruk an die Spitze einer Übergangsregierung berufen. Bashagha wird von dem einflussreichen General Khalifa Haftar unterstützt, der 2019 vergeblich versucht hatte, Tripolis einzunehmen. Bashagha sollte Dbeibah ablösen, der seit 2020 die Regierung in Tripolis leitet. Dbeibah will die Macht jedoch nur an eine vom Volk gewählte Regierung abtreten.

Uno will Wahlen für Regierung

Dbeibah und Bashagha können jeweils auf die Unterstützung rivalisierender bewaffneter Gruppen zählen. Die Uno und westliche Staaten drängen darauf, dass Dbeibah seine Mission erfüllt und die Organisation von Wahlen vorantreibt. Die Wahlen waren ursprünglich für Dezember letzten Jahres geplant, wurden aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Dbeibahs Rivalen erklären, dass sein Mandat mit der Verschiebung der Wahlen zu Ende gegangen sei.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 wird Libyen von Gewalt und Machtkämpfen erschüttert. Auch ausländische Soldaten und Söldnergruppen etwa aus Russland und der Türkei sind in Kämpfe verwickelt. (APA, 17.5.2022)