Ohne Homeoffice, ohne mich! Laut einer neuen Umfrage würden 47 Prozent einen Job ablehnen, wenn dort kein Homeoffice angeboten wird.

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Durch Corona-Pandemie und Digitalisierung hat flexibles Arbeiten in Österreich zugenommen. Zu einer Selbstverständlichkeit in der heimischen Arbeitswelt sind neue Arbeitsformen aber noch nicht geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung des Jobportals Karriere.at unter rund 1.000 Beschäftigten.

So wird Homeoffice bei der Hälfte der Befragten angeboten, nur jede und jeder Vierte hat die Möglichkeit, mobil – also ortsunabhängig – zu arbeiten. Kreativ- oder Kollaborationszonen in den Büros sind mit sieben Prozent gering vertreten. 43 Prozent sagen sogar, dass ihnen aktuell keine Form des flexiblen Arbeitens gewährt wird.

Diese Zahlen stehen jedoch in Diskrepanz zu den Erwartungen der Beschäftigten an die Unternehmen. So würden sogar 47 Prozent der Befragten einen Job ablehnen, wenn dort kein Homeoffice angeboten wird. Nur ein Drittel gab an, den Job anzunehmen, ein Fünftel wäre sich unsicher. Für knapp die Hälfte der Befragten stellen geteilte Arbeitsplätze kein Hindernis dar, wenn es um einen neuen Job geht – aktuell gibt es sogenannte Shared Desks bei zwölf Prozent der Befragten.

"Das flexible Arbeiten wird in der modernen Arbeitswelt immer mehr zu einem Standardangebot. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet es in erster Linie Flexibilität und kann auch positive Auswirkungen auf die Work-Life-Balance haben. 63 Prozent unserer Befragten haben gute oder sehr gute Erfahrungen damit. Aus diesem Grund sind ihre Erwartungen an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in diesem Bereich entsprechend hoch", sagt Georg Konjovic, CEO von Karriere.at.

Zusammenhalt fördern

Auf der Arbeitgeberseite zeigt sich: Homeoffice bleibt immer noch die häufigste Form des flexiblen Arbeitens. 62 Prozent der 185 befragten Unternehmensvertreter bieten es laut der Umfrage in ihrem Betrieb an. Andere Formen der hybriden Zusammenarbeit stecken in Österreich dagegen immer noch in den Kinderschuhen: Nur elf Prozent der Unternehmen setzen auf geteilte Arbeitsplätze, 18 Prozent von ihnen erlauben mobiles Arbeiten an einem anderen Ort als in den eigenen vier Wänden, während zwölf Prozent Kreativ- und Kollaborationszonen bieten. Immerhin 43 Prozent von ihnen wollen in Technologien und Ausstattung investieren, die das ortsunabhängige Arbeiten fördern.

Neben der Beliebtheit hybrider Arbeitsformen belegen zahlreiche Studien auch den Wunsch nach mehr Face-to-Face-Zeit unter Beschäftigten. Vor allem für Absprachen und kreative Prozesse, aber auch um den Zusammenhalt im Team zu fördern, wird der persönliche Kontakt bevorzugt. Aktuell setzen laut der Befragung 53 Prozent der Unternehmen auf Maßnahmen zur Stärkung des Teamgefühls. "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zeigen mehr Bereitschaft zum flexiblen Arbeiten als Unternehmen. Unsere Erfahrungen aus den letzten zwei Jahren zeigen, dass der Ausbau dieser Arbeitsformen nur dann wirksam ist, wenn gleichzeitig auch gezielte Maßnahmen seitens der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zur Förderung des Teamzusammenhalts gesetzt werden", sagt Konjovic. (red, 18.5.2022)