Nun sollen wir also Energie sparen – Unternehmen wie die gesamte Bevölkerung. Immerhin kann Wladimir Putin jederzeit den Gashahn abdrehen. Alles, was jetzt nicht verbraucht wird, kann im Notfall helfen, sagen Expertinnen und Experten. Besser spät als nie, kann man da nur sagen.

Wladimir Putin kann uns jederzeit den Gashahn abdrehen.
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Dass wir wegmüssen von russischem Gas, ist schon etwas früher gesickert. Lange bekannt ist, dass der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen schon wegen der Klimaziele ehebaldigst gelingen muss. Mehr Energieeffizienz und weniger Verbrauch gehören dazu. Das sollten wir schon lange wissen – und vor allem auch beherzigen. Viele von uns tun es aber nicht.

Mit dem drohenden Gasstopp ist die Bedrohung greifbarer geworden. Nicht nur hierzulande raten jetzt Fachleute, zum Energiesparen aufzurufen – endlich. Eigentlich wäre es schon lange Aufgabe der Politik, das ernsthaft einzufordern. Doch nun lautet der Vorschlag, für Energiesparer auch noch (staatliche) Prämien auszuloben – Bonuszahlungen für jene, die weniger verbrauchen.

Dem Ernst der Lage ist es nicht angemessen, dass Experten jetzt noch Politikerinnen, Bürgern und Betrieben erklären müssen, dass es jetzt wirklich Zeit ist, Energie zu sparen. Grundsätzlich ist gegen positive Anreize nichts einzuwenden – Tarife etwa, die weniger Verbrauch belohnen. Extrageld vom Staat muss es dafür nicht geben. Die derzeit hohen Energiekosten, die auf uns allen lasten, sollten Anreiz genug sein. (Regina Bruckner, 20.5.2022)