Donald Trump bei einer Tagung der NRA: Auch das Second Amendment soll propagiert werden.

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Trump Media & Technology Group (TMTG), das Unternehmen hinter Donalds Trumps Social Network "Truth Social", plant einen eigenen Streamingdienst im Stil von Netflix, Disney+ und Amazon Prime, der sich auf "nicht-woke" Inhalte konzentrieren soll. Das geht aus US-Medienberichten hervor, die sich wiederum auf eine Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC beziehen. Mitte Mai waren bereits entsprechende Jobanzeigen aufgetaucht.

Die Bewegtbild- und Podcast-Inhalte sollen unter anderem Sendungen beinhalten, welche das Second Amendment gutheißen – also jenen Zusatzartikel zur US-Verfassung, der verbietet, das Recht zum Tragen von Waffen einzuschränken. Trump hatte sich nach dem Schulmassaker in Texas bei einer Tagung der NRA dafür ausgesprochen, noch mehr Amerikaner zu bewaffnen.

Zudem sind Shows geplant, die sich spezifisch mit Trump-Inhalten beschäftigen sowie weitere Inhalte, die sich an eine konservative Klientel in den USA richten. In der SEC-Einreichung heißt es, dass Trump mit dem als TMTG+ titulierten Produkt unter anderem gegen die vielzitierte "Cancel Culture" vorgehen wolle.

Probleme bei Truth Social

Indes läuft es bei Donalds Trumps Social Network Truth Social alles andere als rund. So heißt es, dass bei der Entwicklung der Plattform Programmcode geklaut wurde, außerdem soll es dort Zensur und Einschränkungen der Meinungsfreiheit geben. Trump war nach dem Sturm auf das Kapitol von Twitter verbannt worden und hetzt seitdem gegen das Social Network, weil er dort konservative Stimmen unterdrückt sieht.

Elon Musk, der selbst derzeit mit einigen Turbulenzen rund um die von ihm angekündigte Twitter-Übernahme konfrontiert ist, hatte Ende April "Wokeness" als einen Grund für den Netflix-Userschwund gesehen. Im Rahmen des Twitter-Deals steht auch "mehr Meinungsfreiheit" auf der Agenda – was die Frage in den Raum stellt, ob auch Trump früher oder später zu Twitter zurückkehren könnte. (stm, 28.5.2022)