Security-Check am Flughafen (Symbolfoto): Mithilfe neuer CT-Scanner könnten die seit 16 Jahren geltenden Flüssigkeitsregeln für Handgepäck wegfallen.

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Einem Bericht von Business Traveller zufolge, stehen die Chancen gut, dass die lästige 100-Milliliter-Flüssigkeitsregel für Handgepäck – eine Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 – abgeschafft wird. "Das bedeutet kein Sicherheitsmitarbeiter durchwühlt die Taschen mehr, fordert genervt auf, den Laptop herauszunehmen, oder weist an, die noch nicht geleerte Wasserflasche wegzuschmeißen, weil sie mehr als 100 Milliliter Flüssigkeit enthält", schreibt das Magazin.

Doch wie kommt die Redaktion zu diesem Schluss? Die Antwort: Im vergangenen Oktober habe Irlands Shannon Airport verkündet, dass für 2,5 Millionen modernste Computertomografie-Geräte installiert worden seien. Der Apparat sei in der Lage, Beschaffenheit und Oberfläche des Kofferinhalts zu bestimmen und die einzelnen Objekte schichtweise zu durchleuchten. Damit verkürze sich ersten Erkenntnissen zufolge der Zeitaufwand für die Sicherheitschecks um die Hälfte. Das heißt, "das Gepäck wird einfach in die Schale gelegt und ab geht’s durch den Scan, der dank Technik jetzt alles dreidimensional und nicht nur zweidimensional sieht", wie man liest. Inzwischen hat der Flughafen Donegal nachgezogen.

Erfahrungen gesammelt

Damit vereinfache sich die Handgepäckskontrolle radikal, heißt es. Denn mit dem Wegfall der Flüssigkeitsregeln dürfen sich Passagiere, Airports und Airlines über kürzere Wartezeiten und weniger Verspätungen freuen. Für Flughäfen und Fluglinien bedeutet dies zugleich weniger Aufwand und vor allem weniger Kosten. Dass also eigene Wasserflaschen und Kaffeebecher wieder mit an Bord gebracht werden dürfen, sei nur noch eine Frage der Zeit. Die großen internationalen Airports wie London-Heathrow, New York John F. Kennedy Airport und Amsterdam Schiphol sammeln spätestens seit 2018 Erfahrungen mit der neuen Technik. Heathrow investiert fast 60 Millionen Euro, um bis Ende 2022 die Sicherheitsschleusen mit den entsprechenden Scannern auszustatten.

Der erste Flughafen auf dem europäischen Kontinent, der die neuen Gepäckscanner seit über einem Jahr im Einsatz hat, ist der Airport Amsterdam Schiphol. Noch empfiehlt der niederländische Flughafen, sich an die Flüssigkeitsbegrenzungen beim Handgepäck zu halten. Der Grund: Es könnte Probleme geben an Zielen mit nicht so modernen Scannern und anderer Rechtsprechung. (red, 3.6.2022)