Die Pflege gehört zu den Bereichen mit den meisten Ein-Personen-Unternehmern.

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Wien – 340.425 Firmen waren 2021 ein Ein-Personen-Unternehmen (EPU), ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die Wirtschaftskammer (WKÖ). Der Anteil der EPU an den aktiven Mitgliedern der Kammer legte leicht auf 60 Prozent zu. Die größten Bereiche sind die Pflege, der Direktvertrieb, Kunsthandwerke, Berufsfotografen, persönliche Dienstleister sowie Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure.

Zwei von drei mit stabilen Umsätzen

Zwei von drei Einzelkämpfern meldeten 2021 ein Umsatzwachstum bzw. stabile Umsätze. Wobei bei den Umsatzgrößen eine Umverteilung vom "Vor-Corona-Jahr" 2019 auf 2022 von den umsatzstärkeren zu den umsatzschwächeren Klassen zu verzeichnen ist, beobachtet die Kammer.

Die Zahl der EPU steigt seit Jahren. Waren es – inklusive Pflegebereich – vor zehn Jahren noch 251.176, so stieg die Zahl fünf Jahre später auf 307.883 Personen. Ab 2019 zeigte die Kurve etwas steiler nach oben auf aktuell gut 340.000 EPUs. Wobei ohne den Bereich der Personenbetreuer (vulgo Pflege) 281.105 Ein-Personen-Unternehmen Kammermitglieder waren.

Bei Betrachtung nach Rechtsformen zeigt sich, dass 90,1 Prozent aller EPU nicht eingetragene Einzelunternehmen sind, 5,1 Prozent sind GmbHs (17.287 EPU) und 4,8 Prozent eingetragene Einzelunternehmen. Rund die Hälfte der heimischen Kleinstunternehmen sind weiblich, so die Kammer.

Luft nach oben bei sozialer Absicherung

Laut aktuellem EPU-Monitoringbericht der WKÖ war für 82 Prozent der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit ausschlagend für die Gründung, gefolgt vom Verlangen nach Selbstverwirklichung mit 78 Prozent und der Erreichung flexibler Zeiteinteilung (70 Prozent). Vier von fünf EPU üben ihre unternehmerische Tätigkeit hauptberuflich aus.

Bei der sozialen Absicherung der Ein-Personen-Firmen sieht die Kammer noch Luft nach oben. "Für den Fall der Fälle fordern wir mehr Sicherheit für Selbstständige, denn die soziale Absicherung beim Arbeitslosengeld oder bedarfsgerechte Kinderbetreuung sind essenzielle Puzzlesteine für erfolgreiche EPU und den österreichischen Wirtschaftsstandort", so Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich. (APA, 4.6.2022)