Die Kraftwerke im 28-Millionen-Einwohner-Staat Texas laufen auf Hochtouren.

Foto: Reuters / Trish Badger

Austin – Der Energieverbrauch im US-Bundesstaat Texas hat am Montag seinen bisherigen Rekordwert für Juni überboten. Expertinnen und Experten erwarten jedoch, dass diese Woche auch der Allzeitrekord fällt: Für das Wochenende sind etwa in der texanischen Metropole Dallas Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius prognostiziert, die Klimaanlagen werden intensiv kühlen und dabei heiß laufen.

Am Montag hatte das Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) einen Verbrauch von 72.386 Megawatt gemeldet. Das waren um 2.000 Megawatt mehr als beim bisherigen Rekord von 2021. Für Ende der Woche werden 77.110 Megawatt Verbrauch prognostiziert. Das weckt Erinnerungen an den großflächigen Stromausfall vom Februar 2021, bei dem Millionen Texanerinnen und Texaner über mehrere Tage ohne Strom, Wasser und Heizung auskommen mussten.

Kapazitäten wurden erhöht

ERCOT betonte jedoch auch, dass es genügend Kapazitäten habe, um mit dem erwarteten Verbrauch fertigzuwerden. Durch zusätzliche Windkraft- und Photovoltaikanlagen habe man die eigenen Ressourcen auf 91.392 Megawatt erhöht. ERCOT deckt das Stromnetz für 26 Millionen Texanerinnen und Texaner ab, was 90 Prozent des Stromverbrauchs des Bundesstaats ausmacht.

Auch das ölreiche Texas wird vom Anstieg der Energiekosten nicht verschont. Die Strompreise seien binnen Jahresfrist um durchschnittlich 70 Prozent gestiegen, berichteten die "Dallas Morning News". Wer heute einen neuen Stromvertrag abschließt, bezahlt sogar 18,48 Cent pro Kilowattstunde, das sind 10,5 Cent mehr als noch vor einem Jahr (7,98 Cent). (Reuters, miwi, 7.6.2022)