Die Corona-Lockdowns in China führten zu Lieferverzögerungen – und sorgten für Probleme in der Weltwirtschaft.

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Washington – Die Weltbank warnt vor einer Mischung aus stagnierender globaler Wirtschaft bei gleichzeitig stark steigenden Preisen als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine. "Die Gefahr einer Stagflation ist heute beträchtlich", sagte Weltbank-Präsident David Malpass am Dienstag. Die internationale Organisation senkte ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 4,1 auf 2,9 Prozent. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine habe die konjunkturellen Schäden aus der Corona-Pandemie noch verschlimmert, weshalb viele Länder mit einer Rezession rechnen müssten.

"Aufgrund der schwachen Investitionen in den meisten Teilen der Welt wird das gedämpfte Wachstum wahrscheinlich das ganze Jahrzehnt über anhalten", warnte Malpass. "Da sich die Inflation in vielen Ländern auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet und das Angebot voraussichtlich nur langsam wachsen wird, besteht die Gefahr, dass die Teuerung noch länger hoch bleibt."

Lieferketten mit Risikopotenzial

Malpass nannte auch die Corona-Lockwdowns in China und gestörte Lieferketten als Risiken für die Weltkonjunktur. In ihrem Bericht warnt die Weltbank zugleich davor, dass die Zinserhöhungen Ende der 1970er-Jahre im Kampf gegen die damals starke Inflation so kräftig ausfielen, dass sie 1982 eine weltweite Rezession ausgelöst hätten. Auch habe dies Finanzkrisen in Schwellen- und Entwicklungsländern nach sich gezogen. (Reuters, 7.6.2022)