Sängerin Lea Kalisch tritt am Sonntag beim Straßenfest der Israelitischen Kultusgemeinde auf und zwei Tage später noch einmal ausgiebiger im Porgy & Bess.

Foto: Liz Doz

Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause findet kommenden Sonntag wieder das Straßenfest der Israelitischen Kultusgemeinde Wien statt. Ab 15 Uhr treten auf dem Judenplatz der Jüdische Chor, Roman Grinberg und sein Klezmer Swingtett sowie die Sängerin Lea Kalisch auf. Kalisch mischt verschiedene Musikstile von Rumba bis Chassidisch. "Ich möchte Menschen dazu ermutigen, in verschiedene Welten einzutauchen, sogar in gegensätzliche", sagt die Künstlerin, die sich in ihrer Musik viel mit ihrer jüdischen Herkunft und Jiddischkeit auseinandersetzt.

Neben jüdischem Essen warten auch jüdische Designerinnen und 40 Institutionen an Ständen auf jüdisches und nichtjüdisches Publikum. Heimgeschickt wird man am Abend von DJ Lester – oder man wandert vom ersten in den zweiten Bezirk in den Kunstraum Nestroyhof und schaut sich die Ausstellung "Shirat Dvora" (dt. "Das Lied der Debora") von Dvora Barzilai an. Die Schau (bis 14. 6.) pickt sich weibliche Figuren wie Debora – sie ist Richterin und eine der sieben Prophetinnen – aus der Thora, um aus heutiger feministischer Perspektive auf die wichtige Rolle von Frauen quer durch die Zeiten hinzuweisen.

Jiddische Evergreens

Die Ausstellung sowie ein am Dienstag folgendes Konzert von Kalisch im Porgy & Bess, wo sie zusammen mit Bela Koreny am Klavier auch jiddische Evergreens zum Besten geben wird, waren eigentlich schon im Rahmen des Festivals der Jüdischen Kultur "Frauenpower im Judentum" Ende vergangenen Jahres geplant gewesen. Der Lockdown kam dazwischen. (red, 8.6.2022)