Ventilatoren verbrauchen um bis zu 95 Prozent weniger Energie als ein mobiles Klimagerät.

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Spätestens wenn die Temperaturen in der Wohnung auch in der Nacht nicht mehr unter 25 Grad fallen, wird es in vielen Wohnungen wieder sehr ungemütlich. Die Ankündigung einer ersten großen Hitzewelle, die uns kommende Woche ins Haus stehen dürfte, lässt daher eine altbekannte Diskussion in vielen Haushalten aufleben: Klimagerät ja oder nein?

Zuerst sollte man die anderen Alternativen ausreizen, raten Expertinnen und Experten Jahr für Jahr. Eine solche wäre, die Wohnung mit Außenjalousien abzudunkeln und die Fenster tagsüber zu schließen, um die Hitze draußen zu halten. Dafür sollte man dann in der Nacht querlüften. Die Anschaffung von Außenjalousien wird etwa von der Stadt Wien gefördert. Dafür ist allerdings das Okay der Vermieterin einzuholen.

Die Umweltberatung rät in einer Aussendung auch zu leichter Kost mit viel Gemüse und dem Trinken von viel Wasser. Auch ein feuchtes Tuch im Nacken, ein Fußbad oder eine lauwarme Dusche können in der Hitzeschlacht Abhilfe verschaffen. Noch so ein Klassiker: Wäsche waschen – und dann die feuchte Wäsche drinnen aufhängen. Die Verdunstung entzieht der Luft Wärme. Auch die Kleidung spielt eine entscheidende Rolle in der Sommerhitze: Gewand aus Naturfasern ist luftiger als Kleidung aus Kunstfasern.

Hohe Energiekosten

Wer nun dennoch mit schwereren Geräten auffahren will oder muss, der sollte sich die Anschaffung eines Klimagerätes zumindest sehr gut durchrechnen. Denn der Energieverbrauch dieser Geräte wird häufig unterschätzt – und könnte besonders in Zeiten steigender Energiepreise für ein böses Erwachen sorgen.

Besonders gierig sind die in der Anschaffung günstigeren mobilen Geräte, die viele nun wieder aus dem Baumarkt heimtragen. Bei diesen wird die Luft meist mit einem Schlauch durch ein gekipptes Fenster abgeleitet. Die Umweltberatung rechnet vor: "Ist die Anlage acht Stunden in Betrieb, verbraucht man acht kWh Strom. Bei derzeitigen Strompreisen sind das pro Betriebstag ca. 2,80 Euro. Bei 60 heißen Tagen mit acht Betriebsstunden wären das ca. 170 Euro zusätzliche Stromkosten pro Sommer."

Die in der Anschaffung teureren Splitgeräte bestehen wiederum aus einem Wärmetauscher im Raum und einem Kompressor an der Außenseite des Gebäudes. Für den Einbau eines solchen Gerätes braucht es eine Spezialistin, und es ist die Zustimmung des Vermieters notwendig. Laut Erhebungen der Umweltberatung sind Energieverbrauch und damit auch die Energiekosten bei den Splitgeräten um 40 bis 50 Prozent geringer als bei den mobilen Geräten. Die Kosten liegen demnach also bei etwa 90 Euro pro Sommer.

Noch einmal deutlich sparsamer sind Ventilatoren: Sie verbrauchen im Mittel um 95 Prozent weniger Strom als die mobilen Klimageräte. Laut Berechnungen der Umweltberatung liegen somit die Betriebskosten für einen Ventilator bei nur etwa sieben Euro pro Sommer, wenn er an 60 Tagen läuft.

Darum rät die Umweltberatung auch am ehesten zum Kauf eines Ventilators. Dieser sorgt dafür, dass die Hitze im Raum nicht steht, insgesamt fühlen sich die Temperaturen also niedriger an. Ein weiterer Vorteil der Ventilatoren sei, dass sie im Gegensatz zum Klimagerät nicht die Umgebungsluft draußen weiter aufheizen. Die Nachbarn wird’s also auch freuen.

Gesetzliche Änderung

Für den heurigen Sommer wird es zwar keinen Unterschied mehr machen – eine begrünte Fassade zahlt sich aber langfristig für die Gebäude und für die ganze Stadt aus. Die Begrünung von Dächern und Fassaden oder Innenhöfen kann die Temperatur in Innenräumen nämlich um mehrere Grad abkühlen. Diese Begrünungsmaßnahmen werden von der Stadt Wien außerdem gefördert.

Die größere Herausforderung dabei ist aber in vielen Wohnhäusern, sich die nötige Zustimmung und Unterstützung von Miteigentümerinnen und Miteigentümern zu sichern. Zumindest das könnte sich ab Anfang Juli ändern, weil dann die Mehrheitsfindung in Wohnhäusern per Gesetz erleichtert werden soll. Die Sommerhitze wird in vielen Häusern trotzdem Thema bleiben. (zof, 16.6.2022)