Sylhet im Osten Bangladeschs ist besonders stark von den hohen Niederschlagszahlen betroffen.

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Dhaka/Guwahati – Die seit Jahren schwersten Überschwemmungen in Bangladesch und Indien haben nach Behördenangaben rund sechs Millionen Menschen obdachlos gemacht. Nach heftigen Monsun-Regenfällen verloren allein in Bangladesch rund vier Millionen Menschen ihr Obdach, wie die Behörden am Samstag mitteilten. "Da das Hochwasser anhält, könnte es schlimmer sein als beim Hochwasser 2004", sagte der Chef des staatlichen Hochwasserzentrums, Arifuzzaman Bhuiyan.

"Im Nordosten des Landes sind viele Gebiete überschwemmt, und die Lage verschärft sich, weil die heftigen Regenfälle andauern" sagte der Verwaltungschef der Region Sylhet, Mohammad Mosharraf Hossain. Das Fernsehen zeigte überschwemmte Straßen und Bahnlinien. Menschen, denen das Wasser beim Durchwaten der Fluten bis zur Brust stand, trugen ihre Habseligkeiten mit sich.

Flüsse in Indien schwellen an

Die Situation in Bangladesch spitzte sich auch deswegen zu, weil die ins Land strömenden Flüsse bereits infolge heftiger Regenfälle im Nachbarstaat Indien angeschwollen waren. Dort mussten in den vergangenen zehn Tagen nach Angaben der Behörden 1,9 Millionen Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Schwere Regenfälle und Überschwemmungen haben in Bangladesch und Indien in den vergangenen Jahren zugenommen. Umweltexperten erwarten, dass der Klimawandel besonders in dem niedrig gelegenen und dicht bevölkerten Land Bangladesch zu weiteren Hochwasserkatastrophen führen wird. (Reuters, 18.6.2022)