Overachiever takten ihren Tag mit To-do-Listen im Minutentakt durch, können weder neue Aufgaben ablehnen noch bestehende Aufgaben delegieren.

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Heute, am 20. Juni, ist Weltproduktivitätstag. Der im Vergleich zu anderen Ereignissen – wie etwa dem ebenfalls heute, Montag, begangenen Weltflüchtlingstag – eher unbekannte Aktionstag soll ein Anlass sein, in Unternehmen an diversen Schrauben der Produktivität zu drehen. Tech-Konzerne bewerben ihre Productivity-Tools noch ein wenig mehr als sonst, Führungskräfte klopfen ihren Leistungsträgern anerkennend auf die Schultern. Übersehen wird dabei gerne eine Gruppe, die auf den ersten Blick an High Performer erinnert, aber ganz anders tickt: die Overachiever.

Ziele übererfüllen

Darunter versteht man Menschen, die Ziele gerne übererfüllen, was per se nicht schlecht wäre – nur wird diese Übererfüllung meist durch exzessive Selbstausbeutung erreicht. Overachiever takten ihren Tag mit To-do-Listen im Minutentakt durch, sie machen mehr Überstunden als ihre Kolleginnen und Kollegen, können weder neue Aufgaben ablehnen noch bestehende Aufgaben delegieren – kurz gesagt: Ihre Leistung geht auf Kosten der psychischen Gesundheit. Und schadet in der Folge somit ihrer eigenen Kreativität sowie dem Betriebsklima. Dem Fetisch der Produktivität muss an Tagen wie diesen somit entgegengehalten werden, dass Menschen nur Menschen sind – im Gegensatz zu Computerprogrammen, an die sich so manch repetitive Aufgabe auslagern ließe. Damit der Mensch im Gegenzug durchatmen kann, um Kraft für neue Ideen zu tanken. (Stefan Mey, 20.6.2022)