Die Krone hat ein neues Thema: den Vertrauensverlust der Politik – jeder Politik – bei der Bevölkerung. Nur noch 18 Prozent der Menschen hätten Vertrauen in die Regierung, zitiert sie eine Umfrage von IFDD. Der Chef des Umfrageinstituts spreche von "guten Chancen einer neuen außerparteilichen Bewegung mit seriösen Personen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft. Diese würden aktuell rund 40 Prozent wählen."

Nur noch 18 Prozent der Menschen hätten Vertrauen in die Regierung, meint eine Umfrage von IFDD.
Foto: APA/HANS PUNZ

Will da die Krone Politik machen? Oder greift sie "nur" diffuse Bewegungen auf, die im Hintergrund spielen? Fakt ist, dass Unzufriedenheit mit den Schwachmatikern in der aktuellen Regierung, aber auch denen in großen Teilen der Opposition herrscht. Und dass diese Unzufriedenheit großteils berechtigt ist: wirres, inkonsequentes Corona-Management, katastrophales Gasmanagement (mit Lasten aus der Vergangenheit), fahriges Teuerungsmanagement. Ungeklärte Korruptionsfragen in der ÖVP.

Das hat bereits zur Gründung von Ein-Themen-Parteien wie der Impfgegner-MFG geführt. Dazu gibt es Gerüchte, dass an Plattformen gebastelt wird, sogar mit ehemaligen Spitzenpolitikern als Aushängeschild und Comeback-Vehikel. Auch zur Bundespräsidentschaftswahl gibt es Überlegungen der FPÖ, einen Rechtsanwalt und rechten Krone-Gastkolumnisten aufzustellen.

Wenn die traditionelle Politik schwächelt, entsteht eben ein Vakuum. (Hans Rauscher, 20.6.2022)