Um die Kosten für Infrastrukturschäden zu decken, bekommen betroffene Gemeinden 50 Prozent vom Katastrophenfonds ersetzt.

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Treffen – Im Unwetter-Katastrophengebiet im Bezirk Villach-Land sind die Schadstellen an Gebäuden mittlerweile weitgehend abgearbeitet worden. In Treffen waren es 170 Häuser, in Arriach 20. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundesheer werden entsprechend langsam reduziert. Der Einsatzstab wird voraussichtlich noch bis 15. Juli arbeiten, so lange läuft auch der Bundesheer-Assistenzeinsatz, sagte Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) am Mittwoch, eine Woche nach dem verheerenden Unwetter, zur APA.

Der Zivilschutzalarm ist am Dienstagabend auch für Arriach aufgehoben worden, am Mittwoch in der Früh wurde die Behelfsstraße in Richtung Himmelberg für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Katastrophenzüge der Feuerwehr waren bei den Aufräumarbeiten nicht mehr vonnöten, wohl aber wurden die örtlichen Kräfte von Feuerwehrleuten aus den umliegenden Gemeinden unterstützt, so Fellner.

Bis zu 10.000 Euro Soforthilfe für Privathaushalte

Die Hubschrauber werden voraussichtlich am (morgigen) Donnerstag abgezogen. Kommende Woche sollen noch Schäden abseits von Gebäuden – etwa Vermurungen in Gärten – behoben werden. Dafür sind Feuerwehrleute, aber auch Bauhofmitarbeiter anderer Gemeinden im Einsatz, organisiert über den Gemeindebund. Thema wird laut Fellner noch sein, wie mit verschlammten landwirtschaftlichen Flächen wie Äckern umgegangen wird.

Um die Schäden an der Infrastruktur zu decken, bekommen Gemeinden 50 Prozent vom Katastrophenfonds ersetzt. 25 Prozent sollen aus dem Landesbudget aus Bedarfszuweisungen gedeckt werden, sagte Fellner, für die verbleibenden 25 Prozent versuche man, zinslose Darlehen anzubieten. Privathaushalte bekommen vom Land 1.000 bis 10.000 Euro Soforthilfe, je nach Schadenshöhe etwa zehn Prozent. Zur Begutachtung der Schäden sind nun mehrere Sachverständige, Mitarbeiter von den Gemeinden Villach beziehungsweise Feldkirchen unterwegs. Erste Auszahlungen sollen noch diese Woche erfolgen, kündigte Fellner an.

Bis zu 80 Hektar in Landwirtschaft betroffen

Für geschädigte Betriebe soll es von der Landesregierung Unterstützung in Form von Beratungsleistungen geben, damit Ansprüche etwa gegenüber Versicherungen geltend gemacht werden können, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ). Für Schäden, die nicht versicherbar gewesen wären, "werden wir Lösungen finden". Betroffene, die Wohnbauförderung in Anspruch genommen haben und entsprechende Schäden erlitten haben, verspricht Schaunig Erleichterungen.

Im Bereich Landwirtschaft wurden noch nicht alle Schäden erhoben, hieß es auf Anfrage aus dem Büro von Landesrat Martin Gruber (ÖVP). Schätzungen zufolge sind 70 bis 80 Hektar betroffen. Im Forstbereich geht man von 100.000 Festmetern Schadholz und 60 bis 80 Kilometer zerstörten Forstwegen aus. Bezüglich Schäden durch Ernteausfälle verweist Grubers Sprecherin auf die Hagelversicherung, die zum Teil aus öffentlichen Geldern bezahlt werde. Laut Landwirtschaftskammer haben bisher 30 betroffene Bauern dringenden Bedarf an Futtermitteln angemeldet. Es haben sich auch schon Betriebe gemeldet, die Futter spenden wollen, weitere werden noch benötigt, zudem auch Transporte. (APA, red, 6.7.2022)