Die Affenpocken sind in Europa weiter auf dem Vormarsch.

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Kopenhagen – Die Zahl der gemeldeten Affenpocken-Infektionen in der Europaregion ist auf fast 6.000 gestiegen, und die Welle zeigt nur wenige Anzeichen eines Abflachens. Das berichteten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO in einer gemeinsamen Analyse mit Datenstand 5. Juli.

Bisher sei aber immerhin noch kein Todesfall registriert worden. Ganz genau haben die beiden Gesundheitsorganisationen beim aktuellen Ausbruch rund 5.950 Fälle von Affenpocken in 33 europäischen Ländern und Regionen gezählt.

Fast ausschließlich hätten sich Männer mit dem Virus angesteckt (99,6 Prozent), berichteten die Gesundheitsorganisationen mit Verweis auf Daten von 5.266 Fällen des europäischen Überwachungssystem Tessy. 42 Prozent dieser Infizierten seien zwischen 31 und 40 Jahren alt. Alle Fälle bei Tessy mit Ausnahme von einem seien von Laboren bestätigt, hieß es.

Beratungen über Gesundheitsnotstand

Weil die Verbreitung der Krankheit aber weiterhin zunimmt, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut die Ausrufung des Gesundheitsnotstands prüfen. Die UN-Organisation werde in der Woche ab dem 18. Juli oder früher erneut eine Sitzung des Ausschusses einberufen, der über die Maßnahme – also die Ausrufung der höchsten Alarmstufe der WHO – beraten wird, wie Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Genf sagte.

Auf seiner letzten Sitzung am 27. Juni hatte das Komitee entschieden, dass der gegenwärtige Ausbruch noch keinen Gesundheitsnotfall darstellt. "Ich bin weiterhin besorgt über das Ausmaß und die Ausbreitung des Virus in der ganzen Welt", sagte Tedros. Aufgrund fehlender Tests gäbe es wohl noch viele weitere Fälle, die nicht gemeldet würden.

Affenpocken, eine in der Regel milde Virusinfektion, die grippeähnliche Symptome und Hautläsionen hervorruft, haben sich seit Anfang Mai weltweit ausgebreitet. Die Viruserkrankung tritt hauptsächlich in West- und Zentralafrika auf und nur sehr selten andernorts, was die gegenwärtigen Ausbrüche ungewöhnlich macht. (red, APA, 8.7.2022)