Wir haben einen Bundeskanzler, der sich inzwischen zum König missglückter Scherze über todernste Themen entwickelt hat (vor dem Alkohol-und-Psychopharmaka-Sager brachte Karl Nehammer beim ÖVP-Parteitag noch das hier an: "So viele in so einem kleinen Raum heißt auch: So viele Viren, aber jetzt kümmert es uns nicht mehr!").

Der Verdacht besteht, dass Pamela Rendi-Wagner nicht vorbereitet ist für den Fall, dass harte Entscheidungen zu treffen sind.
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Wir haben eine Energieministerin Leonore Gewessler, die immer noch nicht sagen kann, was die genauen Gaspläne für Herbst und Winter sind, dazu aber beruhigend lächelt.

Wir haben einen Wirtschaftskammerchef Harald Mahrer, der den Zeiten nachtrauert, als wir dem lieben Wladi das Goderl gekratzt und nicht mit so grauslichen Sanktionen geärgert haben.

Wir haben aber auch eine Chefin der größten Oppositionspartei, die zu alldem eigentlich nichts sagt. Kein Konzept, wie es anders ginge, keine klare Alternative, keine beinharte Kampfansage an die Regierung, aber auch kein Angebot zur Zusammenarbeit. Die Koalition schwimmt, dass Gott erbarm'.

Aber gibt es einen klaren Plan für ihre Ablöse durch eine Rot-Grün-Neos-Koalition? Pamela Rendi-Wagner sagt auch dazu kaum etwas. Der Verdacht besteht, dass sie auch nicht vorbereitet ist für den Fall, dass harte Entscheidungen zu treffen sind. Wer sind die (Fach-)Leute, die Schlüsselministerien besetzen müssten? Wo ist die Kompetenz der Opposition in überaus gefährlichen Zeiten? Wer schafft die Zeitenwende? (Hans Rauscher, 11.7.2022)