Cristiano Ronaldo ist sein Geld wert.

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Manchester – Bei der Frage aller Fragen setzte Thomas Tuchel sein bestes Pokerface auf. "Thomas, werden wir Cristiano Ronaldo verpflichten?", erkundigte sich ein neugieriger Anhänger im Trainingslager in Los Angeles. "Sage ich dir nicht", erwiderte der Teammanager des FC Chelsea schmallippig und ohne eine Miene zu verziehen. Wirklich begeistert wirkte Tuchel von der Fan-Idee nicht – und da hat er mit vielen Verantwortlichen der europäischen Topklubs etwas gemeinsam.

Denn auch wenn Ronaldo seine Wechsellust mehr als deutlich macht, bleiben lukrative Angebote bislang aus. Im Trainingslager seines Noch-Klubs Manchester United in Thailand und Australien fehlt der Superstar bereits – offiziell braucht er aus familiären Gründen eine Auszeit. Doch seine Bitte um Freigabe ist ein offenes Geheimnis, Berater Jorge Mendes bietet den fünfmaligen Weltfußballer überall in der Beletage des europäischen Fußballs an.

Nicht die Philosophie der Bayern

Wirklich verlockend finden eine Verpflichtung des in die Jahre gekommenen Portugiesen allerdings nur wenige. "So sehr ich Cristiano Ronaldo als einen der Größten schätze: Ein Transfer würde nicht in unsere Philosophie passen", sagte Bayern Münchens Vorstandsboss Oliver Kahn jüngst und schob einem immer wieder kolportierten Wechsel zum deutschen Rekordmeister einen Riegel vor.

Zuletzt soll Mendes beim französischen Branchenprimus Paris St. Germain vorstellig geworden sein, die dortigen Bosse haben offenbar ebenso wie die des FC Barcelona abgewunken. Und auch das Gespräch mit Chelsea war wohl wenig fruchtbar. Laut Daily Mail sei Tuchel kein großer Fan eines Transfers. "Ich würde nicht ausschließen, dass wir einen Stürmer verpflichten", sagte der 48-Jährige bei Sky. Aber "Priorität" sei eine Verstärkung für die Defensive.

Ten Hag zählt auf CR7

"Er steht nicht zum Verkauf. Wir planen mit ihm für die Saison und wollen gemeinsamen Erfolg", dementierte Uniteds Neu-Teammanager Erik ten Hag kürzlich die Wechselgerüchte. Doch auf Manchester hat Ronaldo wegen der verpassten Qualifikation für die Champions League keine Lust mehr, dazu blieben die von ihm geforderten hochkarätigen Verstärkungen bislang aus.

Eigentlich will sich der 37-Jährige noch mindestens ein Jahr in der Königsklasse beweisen, doch finanziell könnte sich für ihn auch die Tür in eine neue Sphäre öffnen: Laut der portugiesischen Sender TVI und CNN Portuguesa bietet ihm ein Verein aus Saudi-Arabien für zwei Jahre ein Gesamtgehalt von unglaublichen 250 Millionen Euro.

Falls es mit einem europäischen Topklub tatsächlich nichts wird, hätte er im Karriereherbst zumindest noch eine letzte Ausfahrt zum fetten Abkassieren. (sid, 14.7.2022)