Das Magazin "Time" präsentiert heuer wieder seine Liste mit den 50 besten Orten der Welt. Sie basiert auf den Vorschlägen von Korrespondentinnen und Korrespondenten bzw. Autorinnen und Autoren der Zeitschrift, die sich Orte herausgesucht haben, die mit Einfallsreichtum, Kreativität, aufregenden Erfahrungen oder einer anderen Besonderheit punkten, wie es heißt.

13 davon liegen in Europa. Wir haben uns genauer angesehen, warum die Kolleginnen und Kollegen vom "Time Magazine" sie so besonders finden.

Dolni Morava, Tschechische Republik: Einzigartige Aussichten

Sky Bridge 721 in den Ausläufern des Jeseniky-Gebirges.
Foto: EPA/Maciej Kulczynski

Die "Time"-Redaktion schwärmt von einen architektonischen Wunderwerk in unserem Nachbarland Tschechien, immerhin die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt: Die Sky Bridge 721, die im Mai nach zweijähriger Bauzeit eröffnet wurde, ist eine neue Attraktion, die nach den 721 Metern benannt ist, die sie in den Ausläufern des Jeseniky-Gebirges überspannt. Die Brücke hängt mehr als 95 Meter über dem wolkenverhangenen Tal und dem Mlynsky-Bach und bietet einen Panoramablick auf einem weniger als 1,5 Meter breiten Steg. "Es sind keine Kletter- oder Skikenntnisse erforderlich, um hier hoch hinaus zu kommen. Um zu prahlen, braucht man nur eine Portion Mut, um über die Brücke zu gehen", heißt es.

Das 2,5 Autostunden von Prag entfernte Dolni Morava an der tschechisch-polnischen Grenze lockt demnach Reisende an, die den Nervenkitzel in der Höhe lieben. Neben den Skipisten gibt es hier eine alpine Achterbahn (angeblich die zweitlängste in Europa) und eine weitere "Wolkenwanderung", den Sky Walk – einen geschwungenen Holzsteg und eine 100 Meter lange Rutsche, die in einer Spirale 55 Meter nach unten führt. Die Sky Bridge 721 hat den aktuellen Guinness-Weltrekord für die längste Fußgänger-Hängebrücke abgelöst und den bisherigen Rekordhalter, die Baglung Parbat Footbridge in der Provinz Gandaki, Nepal, um 154 Meter übertroffen.

València, Spanien: Design für die Zukunft

València ist 2022 die Welthauptstadt des Designs.
Foto: EPA/Juan Carlos Cardenas

Die Hafenstadt València an der Südostküste Spaniens verbinde ihre innovative urbane Landschaft nahtlos mit ihrer natürlichen Umgebung, liest man. In diesem Jahr wurde València von der Weltdesignorganisation zur Weltdesignhauptstadt 2022 ernannt, was mit Veranstaltungen, Ausstellungen und einem neuen Vorzeigepavillon, der Agora València auf der Plaza del Ayuntamiento, die vom Architekten Miguel Arraiz entworfen wurde, gefeiert wird. Das Mittelmeer ist die Muse der Stadt, was sich in der innovativen, von Wasser umgebenen Stadt der Künste und Wissenschaften widerspiegelt. Die jüngste Erweiterung des Kulturkomplexes, das Caixa Forum, öffnete im Juni seine Türen mit drei Ausstellungen, darunter "Faraón. Rey de Egipto", in der altägyptische Artefakte gezeigt werden, die eine Leihgabe des Britischen Museums sind.

Im Freien bietet das neue Projekt Parque Central mehr als 24 Hektar üppige Parklandschaft, die auf einem alten Bahngelände errichtet wurde. Innovative lokale Küche steht ebenfalls auf der Speisekarte – schließlich ist dies der Geburtsort der Paella – und wird von preisgekrönten Köchen wie Ricard Camarena vorgeführt, dessen gleichnamiges Sternerestaurant jetzt auch ein pflanzliches Menü anbietet. Das Beste von allem aber sei: València ist jetzt mit dem Avlo von Renfe, einem neuen, kostengünstigen Hochgeschwindigkeitszug, schneller zu erreichen.

Devon, England: Die Landschaft genießen

Shaldon, Devon.
Foto: AP/Tony Hicks

Diese malerische Küstenregion im Südwesten Englands ist eher für ihre historische Küste und zerklüfteten Landschaften als für Essen und Trinken bekannt, aber das ändert sich, stellt man bei "Time" fest. Im Juni eröffnete Sandridge Barton, die Heimat von Sharpham Wine, ein Besucherzentrum und eine Weinkellerei, wo Gäste mehr über das Angebot des Weinguts erfahren, Käse aus der Käserei probieren und Geschenke für zu Hause kaufen können. Oder man reserviert einen Tisch im Circa, einem neuen Restaurant auf dem Gelände.

Wenn man Bier bevorzuge, solle man sich die im April neu gestarteten Touren der Salcombe Brewery ansehen, liest man. Das Pilsner, das Session Lager und das Belgian Pale Ale, das in kleinen Mengen hergestellt wird, wurden dieses Jahr bereits ausgezeichnet. "Feinschmecker werden auch das Andria lieben, ein Restaurant in der Mündungsstadt Dartmouth, das im Februar frisch in den Michelin-Führer aufgenommen wurde", heißt es.

Zum ersten Mal seit fast einem halben Jahrhundert wurde der Zugverkehr auf der historischen Dartmoor Line wiederaufgenommen, die die Kathedralenstadt Exeter mit dem Dartmoor National Park verbindet. Auf der anderen Seite des Bristol-Kanals wird das Lundy Marine Festival das 50-jährige Bestehen des Meeresschutzgebiets der Insel mit Aktivitäten wie geführten Tauchgängen zu den berühmten Schiffswracks vor den felsigen Klippen der Insel würdigen. Teilnehmer, die Daten über die lokale Meeresfauna und -flora sammeln, können billigere Fährenfahrten und kostenlose Campingunterkünfte erhalten.

Portree, Schottland: Whisky und Wildnis

Old Man of Storr, eine Landmark der Isle of Skye.
Foto: imago/VIADATA

Die Isle of Skye bietet eine atemberaubende schottische Landschaft, die von Küstenklippen, zerklüfteten Hügeln und mittelalterlichen Schlössern geprägt ist. Ihre Hauptstadt Portree (2.300 Einwohner) ist ebenso einladend wie rau. Seit Generationen flüchten stadtmüde Glasgower an den Wochenenden hierher, angezogen von der idyllischen Landschaft und der relativen Nähe. Bei ihrer Ankunft werden sie von malerischen, aber luxuriös ausgestatteten Gasthäusern wie dem Cuillin Hills Hotel empfangen. Am Horizont liegt Bracken Hide, eine nachhaltig errichtete Lodge, die aus 27 Hütten rund um eine nordische Sauna besteht. In der Nähe kann man die Landschaft auf zahlreichen Kilometern gut gepflegter Wanderwege erkunden. Tipp der "Time"-Redaktion: "Schlendern Sie entlang des Old Man of Storr, einer moosbewachsenen Felsnadel, die sich in einer Höhe von 700 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Oder absolvieren Sie einen rund sieben Kilometer langen Rundweg durch den Quiraing, der unverkennbar 'Tolkieneskes' Terrain bietet."

Das alljährliche Skye Live Music Festival findet seit 2022 wieder statt. Die Insel feierte kürzlich die Eröffnung von Torabhaig, der ersten neuen Whisky-Brennerei seit 190 Jahren. Und: Die Fischbratereien in Portree gehören zu den besten in ganz Großbritannien, hält man bei "Time" fest.

Madeira, Portugal: Europäische Tropen

Reich an Naturwundern: Madeira.
Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign

"Madeira mag ursprünglich für seinen namensgebenden Wein bekannt gewesen sein, der immer noch in handgefertigten Eichenfässern reift und manchmal aus mit den Füßen gestampften Trauben hergestellt wird, aber diese wenig erforschte portugiesische Insel vor der Küste Marokkos ist auch ein Traum für Abenteuerliebhaber", hält die "Time"-Redaktion fest. Die Insel sei reich an Naturwundern, die es zu erkunden gilt, mit Möglichkeiten zum Wandern, Kajakfahren, Klettern und Tauchen. Und: "Genießen Sie den Sonnenaufgang vom Pico Ruivo, dem höchsten Gipfel Madeiras, oder besuchen Sie einen Wasserfall auf einem der naturbelassenen Levada-Wanderwege der Insel, die an Bewässerungskanälen aus dem 15. Jahrhundert vorbeiführen."

Der Alentejo, Portugal: Idyllische Flucht

Unesco-Weltkulturerbe: Elvas im Alentejo.
Foto: APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

Noch einmal Portugal: "Der Alentejo, Portugals ländlichste und am dünnsten besiedelte Region, liegt zwischen Lissabon und der Algarve und ist mit malerischen Dörfern übersät, die von Korkeichenwäldern und Olivenhainen umgeben sind. Doch die vielen neuen Aktivitäten stehen im Kontrast zu dem gemächlichen Tempo der Region", liest man.

In der alten Stadt Estremoz etwa bewahrt das neue Museu Berardo Estremoz traditionelle Handwerke wie die Fliesenherstellung. In Esperança führt ein etwa 16 Kilometer langer Wanderweg durch den Naturpark Serra de São Mamede vorbei an 6.000 Jahre alten Höhlenmalereien und Raubvögeln, darunter Bonelli-Adler und Gänsegeier. Ein Themenpark für Erwachsene, Vila do Gin, ist dem gleichnamigen Schnaps gewidmet.

Nach einem Tag voller Abenteuer können Besucherinnen und Besucher im neuen Octant Évora übernachten, das inmitten von Obstgärten und Wiesen liegt. Und in den Städten Elvas und Évora, die beide zum Unesco-Weltkulturerbe gehören, gibt es eine ganze Reihe neuer Unterkünfte, darunter die Vila Galé Collection Elvas, Travassos 11 und das Hotel o Canto, die sich geschmackvoll in ihre historische Umgebung einfügen, wie es heißt.

Kaunas, Litauen: Kunst für die Ukraine

Kaunas: Europäische Kulturhauptstadt 2022.
Foto: imago/BE&W

Selten hat die Kunst so viel mit dem wirklichen Leben zu tun gehabt, befindet man bei "Time": "Als die zweitgrößte Stadt Litauens im Jänner den Startschuss für das EU-Kulturhauptstadtprogramm gab, sah es so aus, als würde ein unterschätztes Reiseziel etwas Zeit im Rampenlicht bekommen. Doch dann marschierte Russland in die Ukraine ein, und plötzlich schien Kaunas' glänzender Moment beängstigend aktuell zu sein." Denn das einjährige Kulturprogramm erforscht die turbulente Geschichte der Stadt – unter anderem die Besetzung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg und später als unfreiwilliger Teil der Sowjetunion – durch Ausstellungen von Künstlern wie Marina Abramovic, William Kentridge und Yoko Ono.

Kaunas hat mit seiner innovativen CulturEUkraine-Initiative das Scheinwerferlicht auf aktuelle Ereignisse gelenkt. Die Initiative bietet ukrainischen Künstlerinnen und Unternehmern im ehemaligen Hauptpostamt, einem historischen Wahrzeichen der Stadt, Raum für die Entwicklung neuer Projekte und die Gründung neuer Unternehmen, einschließlich eines Artist-in-Residence-Programms. Übernachten kann man laut "Time" im superhippen und modernen Moxy Kaunas Center, das im Vorfeld der Kulturhauptstadt nur 500 Meter vom Hauptpostamt entfernt eröffnet wurde.

Kalabrien, Italien: Wanderung über den Stiefel

Bergpanorama in Kalabrien.
Foto: imago images/UIG

Kalabrien ist eines der am meisten übersehenen italienischen Reiseziele – unterentwickelt und zu Unrecht mit einem schlechten Ruf behaftet, befindet die "Time"-Redaktion: "Die Provinz, die die Spitze des italienischen Stiefels umspannt, ist die Heimat atemberaubender Strände, atemberaubender Bergpanoramen, alter Bergdörfer und einer einzigartigen, würzigen Küche."

Letztes Jahr hat eine Gruppe unternehmungslustiger und leidenschaftlicher Wanderführer eine dreitägige Tour zusammengestellt, die quer durch diese Gegend führt. Sie startet im Strandparadies Soverato an der ionischen Küste und endet etwa 55 Kilometer westlich in der Festungsstadt Pizzo aus dem 14. Jahrhundert am Tyrrhenischen Meer. Dieser gewundene Kalabria Coast-to-Coast Trail führt durch Olivenhaine, Bergweiden, tiefe Wälder und kleine Dörfer mit Zwischenstopps in Städten, die berühmt sind für ihren Wein, geräucherten Ricotta-Käse und eine würzige Streichwurst, die in der Region als 'nduja bekannt ist. Die Wanderung ist gut ausgeschildert und wird auf eigene Faust durchgeführt, aber Wanderer – die über eine gute Kondition verfügen sollten – können nach Entrichtung der Anmeldegebühr von fünf Euro über einen von den Organisatoren eingerichteten Whatsapp-Account Hilfe und Ratschläge erhalten. Die Website enthält eine Liste der örtlichen Hotels und Pensionen entlang der Strecke, in denen man übernachten kann. Die Teilnehmer erhalten eine Urkunde, sobald sie die Festung Murat in Pizzo erreicht haben.

Skelleftea, Schweden: Nordische Gemütlichkeit

Eines der größten Holzgebäude der Welt: das Wood Hotel in Skelleftea.
Foto: APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND

Bei "Time" befindet man: "Aufregende neue Angebote haben diese malerische schwedische Stadt zu einem Muss für jeden Besucher gemacht." Obwohl sie nur rund 200 Kilometer südlich des Polarkreises liegt, strahle Skelleftea eine unbestreitbare Wärme aus, heißt es. Eine Reihe von Fachwerkhäusern säumen die Hauptpromenade, die durch das neu eröffnete Wood Hotel unterstrichen wird – eines der größten Holzgebäude der Welt. Im Restaurant Bryggargatan wird nordische Küche auf Michelin-Niveau serviert. Manchmal ist die Wärme wörtlich zu nehmen, liest man: In der Innenstadt gibt es jetzt beheizte Gehsteige für den kalten skandinavischen Winter.

Das unerschütterliche Engagement für Nachhaltigkeit umfasst alles, vom mit Biogas betriebenen Nahverkehr bis zur Batteriefabrik, die zu den größten Europas gehört und direkt vor der Stadt betrieben wird. Später in diesem Jahr wird die Stadt elektrische Schneemobile einführen, damit Touristen die Weite Lapplands emissionsfrei erkunden können. Lappland sei ein Magnet für moderne Stadtbewohner, die im Einklang mit der Natur und nicht im Gegensatz zu ihr leben wollen, stellt man bei "Time" fest. In den letzten Jahren seien viele Kreative aus den Großstädten zugewandert und hätten die Geschäfte in Skelleftea mit Kunstgalerien und Straßenimbissen belebt, was der frischen lappländischen Luft eine unerwartet kosmopolitische Atmosphäre verleihe – nicht schlecht für eine Stadt mit weniger als 74.000 Einwohnern.

Kopenhagen: Auf dem Weg in die Zukunft

Gilt als Fahrradhauptstadt: Kopenhagen.
Foto: Getty Images/MivPiv/Mie Ahmt

Nach dem die diesjährige Tour de France ihren Ausgang in Kopenhagen genommen hat, konnte die Metropole ihren Ruf als Fahrradhauptstadt weiter festigen: Das dänische Verkehrsministerium hat das Jahr 2022 zum Jahr des Fahrrads erklärt und allein in diesem Jahr 64 Millionen Dollar in zusätzliche Radwege im ganzen Land investiert. Kopenhagen ist außerdem auf dem besten Weg, ein ehrgeiziges Ziel zu erreichen: Bis 2025 sollen 50 Prozent aller Arbeits- und Schulwege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Reisende können eine Fahrradpause im Ark einlegen, einem vegetarischen Gourmetrestaurant, oder in seinem neuen veganen Schwesterrestaurant Souls. Dann könne man zum frisch renovierten Design Museum Denmark weiterradeln, wo im Herbst auf der Museum Plaza die Ausstellung "Matters – Rethinking Materials" gezeigt wird, in der fünf nordische Spitzendesigner vorgestellt werden, schreibt "Time".

Marseille, Frankreich: Liebling am Mittelmeer

Marseille.
Foto: imago/robertharding

Die zweitgrößte Stadt Frankreichs entwickelt sich mit der Eröffnung des Cosquer Méditerranée im Juni schnell zu einem der führenden Kulturziele in Südeuropa, stellt "Time" fest. Die Attraktion beherbergt eine maßstabsgetreue Nachbildung der berühmten Grotte Cosquer, einer Höhle im malerischen Calanques-Nationalpark der Stadt, die prähistorische Menschen mit Kunstwerken versahen, bevor sie schließlich unter Wasser gesetzt wurde. Die Nachbildung befindet sich in der ultramodernen Villa Méditerranée, die Gäste fahren in lautlosen, autonomen Elektrofahrzeugen hindurch.

Die Stadt ist auch eine der zehn Etappen des Wanderwegs Auf den Spuren von Maria Magdalena, einer neuen, 222 Kilometer langen Route, die die biblische Reise von Maria Magdalena durch die Provence nachzeichnet.

Eine Reise nach Frankreich ist ohne ausreichende Gastronomie unvollständig, erklärt die "Time"-Redaktion: "Die kulinarische Szene von Marseille ist dabei, ihre eigene Identität zu entwickeln. Das erste zu 100 Prozent solarbetriebene Restaurant Europas, Le Présage, hat sich in einer grünen Ecke des Technopôle de Château Gombert niedergelassen. La Famille Marseille serviert marokkanisch inspirierte vegetarische Gerichte in einem intimen Innenhof." Und im Juli eröffnete Les Grandes Halles du Vieux-Port mit 15 Essensständen, die durch ihre mediterranen Menüs miteinander verbunden sind, auf dem belebten Cours Honoré d'Estienne d'Orves in der Nähe des Hafens seine Türen.

Thessaloniki, Griechenland: Kulinarischer Schmelztiegel

Modiano-Markt in Thessaloniki, der seinen Namen von seinem Architekten Eli Modiano hat.
Foto: APA/AFP/SAKIS MITROLIDIS

Thessaloniki, die zweitbevölkerungsreichste Metropole Griechenlands, ist schon lange ein Anziehungspunkt für Feinschmecker, und so war es keine Überraschung, dass sie vor kurzem als erste griechische Stadt in das Netzwerk der Unesco Creative Cities of Gastronomy aufgenommen wurde, erfährt man: "Im MonAsty, einem neuen Fünf-Sterne-Hotel, das nur einen kurzen Spaziergang vom komplett renovierten Modiano-Markt entfernt ist, sind Sie ganz nah am Geschehen."

Weiters erfährt man, dass der größte Markt der Stadt ist in einem Gebäude im Basilikastil untergebracht sei und seit 1925 als Einkaufszentrum diene. Bei seiner Wiedereröffnung im September wird der Markt zusätzlich zu seinen regulären Ständen auch Gastgeber für gastronomische Festivals und Pop-ups sein. Modiano wurde von einem Nachfahren sephardischer Juden entworfen und gebaut und ist ein Zeugnis für die Vielfalt der Stadt; christliche, muslimische und jüdische Kulturen haben in Thessaloniki jahrhundertelang miteinander gelebt. Diese Kulturgeschichte wird das ganze Jahr über gefeiert, da Griechenland den hundertsten Jahrestag des Endes des griechisch-türkischen Krieges 1921–1922 begeht.

Istanbul, Türkei: Ein wiedergeborener Klassiker

Galataport: Milliardenprojekt am Bosporus.
Foto: imago images/ZUMA Wire

"Die zauberhafteste Stadt der Türkei erlebt eine eigene Renaissance", ist man sich bei "Time" sicher. Man macht das unter anderem daran fest, dass Galataport, das Ergebnis einer 1,7 Milliarden Dollar teuren Hafenerweiterung in Istanbuls historischem Stadtteil Karakoy, den ersten unterirdischen Kreuzfahrtterminal der Welt beherberge, in dem die Passagierabfertigung unter einer Uferpromenade mit Geschäften und Restaurants untergebracht ist.

Abgesehen davon gebe es eine Reihe von Hotelneueröffnungen, etwa das neue Peninsula Istanbul im Galataport. Ebenfalls neu auf der Bildfläche: das JW Marriott Marmara Sea, ein Luxusresort direkt am Meer in Istanbul.

Kulturell tut sich auch einiges in der Stadt: Das erste Museum für zeitgenössische Kunst, Istanbul Modern, wird im Rahmen der Erneuerung an seinen ursprünglichen Standort in Karakoy zurückkehren – in neuen Räumlichkeiten, die von dem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Architekten Renzo Piano entworfen wurden. Ende letzten Jahres nahm zudem das Atatürk-Kulturzentrum zum ersten Mal seit 13 Jahren seinen Betrieb wieder auf, nachdem das alte Gebäude 2008 geschlossen und anschließend abgerissen worden war. Das neugestaltete Zentrum beherbergt Konzertsäle, Theater, eine Galerie und eine Bibliothek. (red, 19.7.2022)