Das wird man wohl noch sagen dürfen: Nahezu täglich bombardieren uns gleichgeschaltete System-Medien und von den USA gelenkte Mainstream-Meinungsmacher mit Meldungen über Waldbrände. Darin wird nur auf das Schicksal der Wälder und der darin befindlichen Flora und Fauna geschielt, während die Position des Feuers und seine Motive (Selbstschutz, Antwort auf die Provokation durch aus dem Westen kommende Regenwolken) komplett ausgeblendet werden. Anstatt verantwortungslos die Lieferung von Löschwasser oder gar den Einsatz der Feuerwehr zu fordern, sollten wir an unseren Wohlstand und sozialen Frieden denken und eine brandbewahrende Kompromiss-Lösung mit dem Feuer anstreben.

Nahezu täglich werden wir mit Meldungen über Waldbrände bombardiert.
Foto: PATRICIA DE MELO MOREIRA / AFP

Ganz in diesem Sinne argumentierte dieser Tage Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer, indem er davor warnte, "nur auf die Ukraine zu schielen". Die Ursache dieser von Mahrer kritisierten Fehlfokussierung dürfte in einer weitverbreiteten Wahrnehmungsgewohnheit liegen, die zur Folge hat, dass Opfern generell mehr Sympathie und Mitgefühl entgegengebracht wird als Tätern. Hier müsste der WKO-Boss also den Sichtkorrektur-Hebel ansetzen. Und das geht – zumal das Leugnen der Täterschaft eines faschistischen Diktators und Kriegsverbrechers wenig erfolgversprechend erscheint – eher aufseiten der Opfer.

Wie das gemacht wird, könnte Mahrer sich vom ehemaligen Team-Stronach- und ÖVP-Abgeordneten Dr. Georg Vetter abschauen. Dieser verblüffte unlängst in der Tageszeitung Presse mit einer völlig neuartigen Interpretation des Ukraine-Krieges: "Möglicherweise hängt die Aversion gegen das heutige Russland mit einer allgemeinen Abneigung gegen all das zusammen, was mit Macht und ihrer Ausübung verbunden wird. Da die Machtlosen in der Macht gerne den Missbrauch sehen, um sich in der eigenen Machtlosigkeit wohlzufühlen, wird die Größe dämonisiert."

Da fällt es einem doch wie Schuppen von den schielenden Augen: Die Ukrainerinnen und Ukrainer dämonisieren Wladimir Putins Überfall auf ihr Land nur, um sich wohlzufühlen! Ein ziemlich egoistisches Verhalten, das ihren bisher als selbstverständlich geltenden Opferstatus massiv infrage stellt.

Aber auch das Fehlverhalten der EU wird von Herrn Vetter gnadenlos entlarvt. Zu den Sanktionen gegen Putin-Oligarchen meint er: "Die Europäische Union greift ganz im Sinne von Karl Marx nach fremdem Luxusvermögen." So sauber wurden große Teile dieses Luxusvermögens vorher gewaschen, doch nun werden sie von schmutzig marxistischen EU-Fingern abgegriffen. Und für das Problem unserer Gasabhängigkeit von Putin hat Vetter auch eine Lösung parat: "Der Westen hat mit Russland bislang nicht zu viel Handel getrieben, sondern zu wenig."

Spätestens hier muss sich ein Wirtschaftskammerpräsident zum Handeln aufgefordert fühlen. In einem ersten Schritt könnte Mahrer dabei auf bewährte Abrechnungsmodelle aus dem eigenen Haus zurückgreifen und beispielsweise ein mindestens zu siebzig Prozent aus Inseraten bestehendes WKO-Magazin mit dem Titel "Roter Teppich zum Roten Platz" gründen, in dem Unterstützer wie Sigi Wolf oder Dietrich Mateschitz ihre Anzeigen direkt mit Moskau verrechnen können. (Florian Scheuba, 20.7.2022)