Seit Anfang des Jahres haben 34.013 geflüchtete Personen die süditalienische Küste erreicht.

Foto: REUTERS/SOS MEDITERRANEE

Rom – Erneut sind fünf Migranten bei einer Seeüberfahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Sie befanden sich an Bord eines Fischerbootes mit 674 Migranten an Bord, das von der italienischen Küstenwache unweit der Küste der süditalienischen Region Kalabrien in Sicherheit gebracht wurde. Einige Leichen trieben im Meer.

Die geretteten Personen trafen am Sonntag zum Teil auf Sizilien und zum Teil auf Kalabrien ein. Zu ihnen zählten 30 nicht begleitete Minderjährige. Zuvor hatte die Küstenwache mit dem italienischen Marineschiff "Diciotti" andere Geflüchtete gerettet, die sich auf seeuntauglichen Booten in italienischen Gewässern befanden.

411 Migranten in Lampedusa am Sonntag

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" brachte indes ein überfülltes Schlauchboot in Seenot mit 87 Personen an Bord in Sicherheit, das in internationalen Gewässern vor Libyen trieb. An Bord befanden sich auch mehrere unbegleitete Minderjährige. Keiner von ihnen hatte eine Rettungsweste. Die Überlebenden werden nun von den Teams des Roten Kreuzes und von SOS Mediterranee betreut. SOS Mediterranee ist Betreiberin der "Ocean Viking".

15 Anlandungen mit insgesamt 411 Migranten wurden in der Nacht auf Sonntag auf der süditalienischen Insel Lampedusa gemeldet. Der Hotspot mit 1.184 Gästen steht vor dem Zusammenbruch. Mehrere Geflüchtete waren in den vergangenen Tagen von der Küstenwache gerettet worden oder hatten mit kleinen Booten direkt die Insel erreicht.

34.013 geflüchtete Personen haben seit Anfang 2022 die süditalienische Küste erreicht. Im Vergleichszeitraum 2022 waren es 25.552 gewesen, teilte das italienische Innenministerium in Rom mit. (APA, red, 24.7.2022)