Wer das Heimweh gut meistert, macht einen riesen Schritt in Richtung erwachsen werden.

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Daher kommt es – Heimweh wurde zum ersten Mal vor über 400 Jahren beschrieben

Vor ziemlich langer Zeit, nämlich im Jahr 1688, tauchte so etwas wie Heimweh zum ersten Mal in den Büchern auf. Der Schweizer Arzt Johannes Hofer nannte es damals "Nostalgia". Später wurde es dann auch die "Schweizer Krankheit" genannt. Denn: Vor allem Schweizer Legionäre – so bezeichnet man Soldaten, die weit weg von zu Hause kämpfen – waren oft traurig und wollten wieder zurück in die Heimat.

Besonders schlecht ging es ihnen, wenn sie Schweizer Musik hörten. Dann wurden sie noch trauriger, und viele von ihnen begangen Fahnenflucht. Das bedeutet, sie liefen einfach davon und versuchten, wieder nach Hause zu kommen. Hörten sie keine Musik aus der Heimat, ging es ihnen ein wenig besser. Die Tatsache, dass es damals noch keine Telefone oder gar Internet gab, machte es nicht einfacher. Man konnte sich nur Briefe schreiben, und die Soldaten hörten oft monatelang nichts von ihren Familien.

Manchmal fühlt man sich ganz allein, wenn Eltern und Freunde zu Hause geblieben sind.
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So fühlt es sich an Das erste Mal weg von zu Hause – das kann ganz schön doof sein

Vielleicht kennst du das Gefühl: Du bist allein weg von zu Hause, zum Beispiel im Feriencamp, und wirst traurig, wenn du an deine Eltern oder Freunde denkst. Das ist Heimweh. Wichtig dabei ist: Heimweh ist ganz normal. Es ist nichts, wofür du dich schämen müsstest. Selbst Erwachsene vermissen hin und wieder ihr Zuhause, ihre Familie und ihre Freunde.

Die Ursachen dafür können dabei ganz verschieden sein. Du könntest Angst davor haben, was alles auf dich zukommt. Manchmal hast du vielleicht auch das Gefühl, dass du nicht weißt, wie du das alles meistern sollst. Ein anderer Grund könnte sein, dass du dir Sorgen um deine Familie zu Hause machst oder auch das Gefühl hast, dass dich deine Eltern und Freunde vergessen könnten. Das hat alles damit zu tun, dass die Situation und die Menschen um dich herum ganz neu und ungewohnt für dich sind.

Das kannst du tun – Mit ein paar einfachen Vorbereitungen wird es leichter

Wenn du weißt, dass du länger von zu Hause weg sein wirst, nimm am besten etwas von daheim mit. Etwa dein Kuscheltier oder auch ein T-Shirt von Mama oder Papa. Mit diesen Dingen zu kuscheln kann dich etwas trösten, wenn du traurig wirst. Wichtig ist auch, dass du dich zuvor, so gut es geht, mit dem neuen Ort vertraut machst. Am besten du fragst deine Eltern, ob sie mit dir im Internet nachschauen, wie es dort aussieht und was man dort alles erleben kann. Wichtig könnte auch sein, dass du vorher fragst, wo du schlafen wirst, wo die Toiletten sind oder auch was es zum Essen geben wird. Diese Infos geben dir Sicherheit, und du weißt ungefähr, was auf dich zukommen wird.

Das Tolle daran, wenn du das Heimweh bewältigen konntest: Du lernst, wie du dir selbst vertrauen kannst, und merkst, dass du auch unbekannte Dinge meistern kannst. Das ist ein großer Schritt beim Erwachsenwerden.