Paul Laffoley, Pistis Sophia, 2004 – 2006

Öl- und Arcylfarbe, Vinyldrucklettern, Tusche, Fotocollage auf Leinen mit Samtvorhang und magischem Spiegel, 264 x 151,8 x 16,5 cm
Courtesy Kent Fine Art, Ridgewood, New Jersey

Lee Scratch Perry in his studio (Blue Ark), 2019

Courtesy The Visual Estate of Lee Scratch Perry / suns.works, Zürich

Foto: Lorenzo Bernet

Antonia De La Luz Kašik, Zyklop (1 – 7), 2022

mit Andi Gruber, 16mm-Film, digitalisiert,
7 Min.
Courtesy die Künstlerin


Harm van den Dorpel, Markov’s Dream, Keta, 2022

aus einer Serie von 32 generativen Animationen
Geminted als ERC-721 NFT, auf quadratischem EIZO Bildschirm
Courtesy der Künstler & Upstream Gallery, Amsterdam

Storm de Hirsch, THIRD EYE BUTTERFLY, 1964

16mm-Film, digitalisiert, Farbe, Ton
10 Min.
Courtesy The New American Cinema Group, Inc. / The Film-Maker’s Cooperative, New York

Irina Lotarevich, Housing Anxiety 6, 2022

Aluminium, Schlösser, Schlüssel, Edelstahlschrauben
96,8 x 150,3 x 7 cm
Courtesy die Künstlerin

Jordan Belson, Harm van den Dorpel, Storm de Hirsch, Antonia De La Luz Kašik, Richard Kriesche, Paul Laffoley, Irina Lotarevich, Lee Scratch Perry, Marta Riniker-Radich

Die großangelegte Gruppenausstellung Systems of Belief vereint künstlerische Positionen, die sich mit alternativen Glaubenssystemen auseinandersetzen. In einer Welt, in der politische wie ökologische Ausnahmezustände den Alltag bestimmen, werden Konstanten des gesellschaftlichen Lebens wie Wissenschaft, Wirtschaft und Politik innerhalb von öffentlichen Debatten vermehrt auf den Prüfstand gestellt. Als Individuen, als Gesellschaft und als gesamtes Ökosystem stehen wir derzeit vor großen Herausforderungen. Herausfordernd, ja sogar überwältigend ist oftmals auch die subjektive Verarbeitung des komplexen Weltgeschehens, die durch unterschiedliche Informationsströme auf uns wirkt und unsere Sicht der Gegenwart prägt.

Technologie wird in unserem Alltag im Allgemeinen und ebenso im Kontext der Ausstellung immer mehr zu einem Mittler zwischen einer faktischen Außenwelt und ihrer Wahrnehmung und Verarbeitung. Sie beeinflusst nicht nur wie und was wir auf unseren Computer- und Handydisplays sehen, sondern auch unser Wesen und unserer Verfasstheit. Mit fast grenzenloser Kraft scheinen oftmals anonymisierte und algorithmisierte Kommunikationsquellen auf unsere Wahrnehmung einzuwirken. Ihre technologischen und digitalen Strukturen und Systeme sind Ausdrucksformen technokratischer Mechanismen, die unsere Öffentlichkeit prägen: Evidenzbasierte Informations- und Analysetechniken, akkurate Organisationspläne und reibungslose Prozesse treiben unsere politischen und gesellschaftlichen Apparate an, die kaum greifbar, aber allgegenwärtig sind. In dieser entpersonalisierten und geradezu metaphysischen Sphäre technologischer Vorgänge erscheint jede Form des irrationalen Handelns innerhalb jener Apparate zunehmend unmöglich. Die Ausstellung Systems of Belief nimmt diesen vermeintlichen Raum des Unmöglichen zum Ausgang und versucht durch die Perspektiven unterschiedlicher Künstler*innengenerationen in Welten vorzudringen, in denen Technologie nicht zum Zwecke konformistischer Regularien verwendet, sondern zur Erzeugung von Unordnung Ausdruck unorthodoxer Dogmen und spiritueller Selbsterkenntnis bzw. Selbstverwirklichung wird.

Künstler*innen wie Paul Laffoley, Marta Riniker-Radich und Irina Lotarevich beschäftigen sich mit der Logik oder "Architektur" von Orten und Mechanismen, die fast einer göttlichen Macht ähnlich auf all unserer Lebensbereiche wie Ökonomie, Lebensraum und Kommunikation Einfluss nehmen. Die akribisch gefertigten Werke Laffoely‘s, die sich auf wissenschaftliche und esoterische Erkenntnisse berufen um Erklärungsmodelle für unsere Existenz und Dasein zu finden, stellen hier ein gutes Beispiel dar. Durch die Perspektive dieser unterschiedlichen künstlerischen Positionen ermöglicht Systems of Belief ein Nachdenken über weltanschauliche oder spirituelle Selbstverwirklichung durch Verwendung und Subversion technologischer Mittel.

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