Zwei deutsche Atomkraftwerke sollen 2023 über das Laufzeitende hinaus einsatzbereit sein.

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Berlin – Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern hat ein Leck. Eine Reparatur ist nach Auskunft des Betreibers nicht notwendig, wenn das AKW wie geplant zum Jahresende den Leistungsbetrieb beendet. Um aber länger zur Verfügung zu stehen, müsste laut Preussen Elektra ein etwa einwöchiger Stillstand mit einer Reparatur erfolgen.

Diese Reparatur sei dann schon im Oktober nötig: Preussen Elektra wies darauf hin, dass die Brennelemente des Reaktorkerns bereits im November eine zu geringe Reaktivität hätten, um die Anlage aus dem Stillstand heraus wieder hochzufahren.

Notreserve gefährdet

Zum Problem wird das Leck, weil Isar 2 als eines von zwei Atomkraftwerken für einen Reservebetrieb gilt – und auch nach dem 31. Dezember 2022 weiter einsatzbereit sein soll.

Anfang September hatte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angekündigt, dass die Kraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg noch bis Mitte April 2023 bei Engpässen als Notreserve zur Verfügung stehen sollten.

Ministerium reagiert überrascht

Preussen Elektra informierte den Angaben zufolge das Bundesumweltministerium vergangene Woche über die interne Ventilleckage. Das Ministerium verwies darauf, dass die Angaben des Energieunternehmens "einige wesentliche neue Fakten" im Vergleich zu jenen enthielten, die der Betreiber mit Schreiben vom 25. August dem Wirtschaftsministerium gemacht habe.

Diese neuen Fakten müssten nunmehr bei den Verfügbarkeitsplanungen des AKW zur Stromproduktion nach dem 31. Dezember berücksichtigt werden, hieß es aus dem Umweltministerium. Eine Beeinträchtigung der Sicherheit besteht aber nicht. (Reuters, wie, 20.9.2022)