Ein eingerichtetes Zeltlager.

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Karatschi – Nach der Flutkatastrophe in Pakistan gibt es immer mehr Malariafälle in dem südasiatischen Land. Die Zahl der Todesopfer liegt nach Behördenangaben vom Mittwoch bei 324, die Vereinten Nationen sprachen von 44.000 Malariafällen in Südpakistan. "Wir erhalten täglich eine große Anzahl von Malariapatienten in den medizinischen Lagern und Krankenhäusern", sagte der Leiter des Gesundheitsdienstes in der südwestlichen Provinz Belutschistan, Noor Ahmed Qazi, der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir brauchen mehr Medikamente und Testkits in den von Hochwasser betroffenen Gebieten."

Auf die Flutkatastrophe in Pakistan könnte jetzt eine Seuchenwelle folgen. Das schmutzige Wasser aus den Fluten bringt viele Krankheiterreger zu den Menschen.
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Die Behörden warnten, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte, wenn die erforderliche Hilfe nicht bald eintreffe. Hunderttausende Menschen, die vor den Überschwemmungen geflohen seien, leben notdürftig unter freiem Himmel. Das anhaltende Hochwasser, das sich über Hunderte von Kilometern ausbreitet, hat zu unzähligen Fällen von Haut- und Augeninfektionen, Durchfall, Malaria, Typhus und Dengue-Fieber geführt.

Maßnahmen gegen Moskitos.
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Mercy Corps: "Die Hilfe kommt nur langsam an"

Familien sind Schwärmen von Moskitos und anderen Gefahren wie Schlangen- und Hundebissen ausgesetzt. Sie benötigen dringend Lebensmittel, Unterkünfte, medizinische Hilfe und Medikamente, die sie trotz der Bemühungen der Regierung und der lokalen und ausländischen Hilfsorganisationen nicht erreichen. "Die Hilfe kommt nur langsam an", sagte Farah Naureen, Leiterin der Hilfsorganisation Mercy Corps. "Wir müssen koordiniert vorgehen, um auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen zu reagieren." Sauberes Trinkwasser habe Priorität.

Bitten um UN-Hilfe

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat bei der UN-Vollversammlung um weitere internationale Unterstützung bei der Bewältigung der Flutkatastrophe gebeten. "Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Medizin und Essen für unsere Kinder", sagte er in New York. Finanzministerin Aisha Ghaus Pasha bat in Pakistans Hauptstadt Islamabad um schnellstmögliche Hilfe, um Hunger und Tod zu vermeiden.

Durch die heftigen Monsun-Regenfälle, die zu Überschwemmungen in noch nie dagewesenem Ausmaß führten, sind mittlerweile mehr als 1.500 Menschen in Pakistan ums Leben gekommen. Todesfälle durch Malaria wurden dabei nicht berücksichtigt. Fast 33 Millionen Menschen in dem Land mit 220 Millionen Einwohnern sind von den Überschwemmungen betroffen, die Häuser, Brücken, Straßen weggerissen sowie Ernten und Viehbestände vernichtet und Schäden von schätzungsweise 30 Milliarden Dollar verursacht haben. (Reuters, APA, 21.9.2022)