Erhält heuer den Christine-Lavant-Preis: Autor Alois Hotschnig.

Foto: Rupert Larl

Wien – Der Christine-Lavant-Preis 2022 geht an den österreichischen Schriftsteller Alois Hotschnig. Das gab die Internationale Christine Lavant Gesellschaft mit Sitz in Wien jetzt bekannt. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa wird am 2. Oktober im RadioKulturhaus in Wien vergeben. Dabei wird der österreichische Schauspieler Florian Teichtmeister mit musikalischer Umrahmung des Duos Sonoma auch aus den Werken von Christine Lavant vorlesen.

"Alois Hotschnigs Werk nimmt sich des Menschen ungeschützt und zärtlich an", so Katja Gasser, die die Laudatio auf den Preisträger halten wird, zur Begründung der Jury. Die Literatur von Hotschnig sei ein "intensives sprachliches Umkreisen", in der es nie "handfest" zugehe, wird sie in einer Aussendung zitiert. "Zugleich sind diese Texte von einer Entschiedenheit, die nur einer haben kann, der mit beiden Füßen fest im Leben steht."

Prosa, Gedichte, Stücke, Hörspiele

Hotschnig wurde 1959 in Kärnten geboren und lebt als freier Autor in Innsbruck. Seine Werke umfassen erzählende Prosa, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. Sein neuester Roman, "Der Silberfuchs meiner Mutter" erschien 2021. Er schrieb auch Erzählbände wie "Im Sitzen läuft es sich besser davon". Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen u.a. der Tiroler Landespreis für Kunst (2007), der Erich-Fried-Preis (2008) und der Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie (2009). Die Texte von Alois Hotschnig wurden auch vielfach zur Grundlage wissenschaftlicher Studien und Diplomarbeiten, wie jener der Tiroler Autorin Friederike Gösweiner.

Der Christine-Lavant-Preis wurde 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin (1915-1973) und ihr Werk zu erinnern, und geht an "Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen". Bisherige Preisträger sind u.a. Bodo Hell, Klaus Merz und zuletzt Maja Haderlap. Zum Beirat, der die Preisträger vorschlägt, gehören etwa der Literaturwissenschaftler Klemens Renoldner, Burgtheater-Direktor Martin Kušej, Literaturhaus-Wien-Leiter Robert Huec sowie die Schriftstellerin Monika Rinck. (APA, 22.9.2022)