Ist zwar schon wieder ein paar Tage her, das Interview von Armin Wolf mit dem Prätendenten auf das Amt des Bundespräsidenten und früheren Krone-Kolumnisten Tassilo Wallentin, aber es ist so ein klassisches Beispiel für die Methoden dieser neurechten Debattenzerstörer: Behaupte einfach etwas, meist irgendeinen nationalpopulistischen Blödsinn. Wenn man dir nachweist, dass das falsch ist, bleib einfach stur dabei. Nicht wenige Quer- und Leerdenker werden dir glauben.

Bundespräsidentschaftskandidat und früherer Krone-Kolumnisten Tassilo Wallentin.
Foto: APA/TOBIAS STEINMAURER

Zur Illustration folgende Passage aus dem Wolf-Interview:

Wallentin: "Jedes Faktum in meiner Kolumne kann ich nachweisen."

Wolf: "Sie behaupten z. B., dass Asylwerberinnen Mindestsicherung beziehen. Sie haben aber keinen Anspruch darauf."

Wallentin: "Wie auch immer. Es ist richtig, was ich geschrieben habe."

Wolf: "Nein."

So geht das mit den "alternativen Fakten". Konkret behauptete Wallentin dann noch, in 20 Jahren werde es 30 bis 40 Prozent Muslime in Österreich geben. Er bezog sich dabei auf eine Studie des Demografieinstituts der Akademie der Wissenschaften, die auch im extremsten, ganz unwahrscheinlichen Fall nur rund 21 Prozent Muslime österreichweit annimmt.

Macht nichts, sagt Wallentin, die Zahlen sind nicht so wichtig, sondern die Tendenz.

Ja, eh, die Tendenz zum Schwurbeln. (Hans Rauscher, 22.9.2022)