Für die einen lang ersehnt, ist es für die anderen vor allem zu Beginn mehr Bürde als Freude – Chef oder Chefin zu sein. Immerhin kommt mit der Funktion viel Neues hinzu. Und selbst für jene, die sich der Aufgabe von Beginn an gewachsen sehen, dauert es meist eine Zeit, bis sie sich in der Rolle eingelebt haben.

Was fällt Ihnen in der Rolle als Chefin oder Chef nach wie vor schwer?
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Für Außenstehende meist schwer einsehbar und nachvollziehbar sind die Aufgaben, die auf Führungskräfte zukommen. Dazu zählt unter anderem die inhaltliche Koordination und Organisation der Arbeit. Dabei ist die Fähigkeit, nicht in jedem Detail zu verharren, sondern sich einen guten Überblick zu verschaffen, nicht unwesentlich; auch Verantwortung abzugeben, Vertrauen in andere zu haben, gut zu kommunizieren und sich zurückzunehmen sind zentrale Eigenschaften, die man als Führungskraft mitbringen sollte.

Eine Frage der Balance

Für viele ist es jedenfalls ein Lernprozess, in die Rolle der Chefin oder des Chefs hineinzuwachsen. Auch der Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die davor auf derselben Ebene und vielleicht sogar Teammitglieder waren, will geübt sein – Aufgaben zu verteilen und zu delegieren ist nicht immer einfach. Persönliche oder gar freundschaftliche Interessen hintanzustellen und private von beruflichen Befindlichkeiten zu trennen ist in dieser Funktion durchaus wichtig. Die richtige Balance zwischen lockerer Herangehensweise im Team und dennoch zielorientiertem Handeln für das Unternehmen zu finden ist nicht immer einfach.

Offen für Unterstützung

Erfahrungen und Tipps von anderen einzuholen sowie Seminare und Kurse zu absolvieren, die einen dabei unterstützen, in die Rolle hineinzuwachsen, kann hilfreich sein. Auch die Akzeptanz, fehlbar zu sein, ebenso wie eine gewisse Offenheit für Anregungen und Kritik zu haben ist nicht ganz unwesentlich für einen selbst, aber auch für andere. Denn meist sind die unausgesprochene Unsicherheit und Überforderung von leitenden Personen hinderlich für ein konstruktives Miteinander und wirken sich direkt auf die Kolleginnen und Kollegen und somit auf die Arbeit aus.

Wie sind Sie in die Rolle der Chefin oder des Chefs hineingewachsen?

Was war am Anfang besonders schwierig für Sie? Wollten Sie gern Führungskraft sein – oder ist Ihnen die Aufgabe eher so zugeflogen? Was schätzen Sie an Ihrer Rolle, was würden Sie lieber nicht machen müssen? Tauschen Sie sich im Forum aus! (Magdalena Waldl, 28.9.2022)