Die 156 eingereichten Good-Practice-Beispiele haben die Jury sehr beeindruckt.

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Dass die duale Berufsausbildung ein Erfolgsmodell ist, zeigen nicht zuletzt die guten Ergebnisse bei den internationalen Leistungsbewerben, wie den Euro Skills oder den World Skills. Damit Lehrlinge ihre beruflichen Talente entfalten können, müssen auch die Ausbildungsbetriebe den richtigen Rahmen dafür bieten. Mit dem Staatspreis Beste Lehrbetriebe – Fit for Future werden vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) alle zwei Jahre Lehrbetriebe als Good-Practice-Beispiele vor den Vorhang geholt.

Am Mittwoch wurden im Wiener Palais Wertheim die Preise zum achten Mal in drei Kategorien – Lehrberufsmarketing und Rekrutierung, Ausbildungspraxis sowie Digital Lernen und Ausbilden – vergeben. Einen Sonderpreis gab es in diesem Jahr für das beste Erklärvideo von und für Lehrlinge.

Zahlreiche Bewerbungen

Insgesamt gab es dafür 156 Einreichungen, pro Kategorie wurden drei Projekte nominiert, die Auswahl erfolgt durch eine Jury. "Die Corona-Zeit haben viele Ausbildungsbetrieb genutzt und Digitalisierungsprojekte in der Lehrlingsausbildung initiiert", sagt Sabine Maierhofer vom Österreichischen Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW), das den Staatspreis abwickelt. In der Kategorie "Lehrberufsmarketing & Rekrutierung" geht die Auszeichnung nach Bludenz an Getzner Textil, ein führende Hersteller für afrikanische Bekleidungsdamaste. Ein Videobot, bei dem zwei Lehrlinge als Avatare Fragen zur Lehrlingsausbildung beantworten, überzeugte die Jury. Fill Maschinenbau in Oberösterreich sowie das Handwerks- und Bauunternehmen Rieder im Zillertal waren in dieser Kategorie ebenfalls nominiert.

In der Kategorie "Ausbildungspraxis" wurden das Familien-Natur-Resort Moar Gut im Salzburger Land, die beiden Vorarlberger Betriebe Hilti sowie das Dachdecker- und Spengler-Unternehmen Peter. Der Staatspreis ging an das Moar Gut. Während des Lockdowns konnten Lehrlingsteams bei einem "perfekten Dinner à la Moar Gut" ihr Können unter Beweis stellen und gegeneinander antreten.

Digitale Wissensvermittlung

Das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser, eines der größten Anbieter von Seniorenbetreuung in Österreich, gewann in der Kategorie "Digital Lernen und Ausbilden". Das Lernangebot wurde um eine Virtual-Reality-App ergänzt, mit deren Hilfe Wissen und Kenntnisse ressourcenschonend vermittelt werden können. Die weiteren Nominierten in dieser Kategorie waren das Technologieberatungsunternehmen Bearing Point sowie Hydro Extrusion Nenzing, ein Anbieter für Industrieanwendungen aus Aluminium, nominiert.

Der Sonderpreis für das beste Erklärvideo ging an die Lehrlinge der Firma Dorfelektriker Mittelberger in Götzis, Vorarlberg.

Es sind oft leicht umzusetzende Projekte, die nicht mit hohen Kosten verbunden sind, die bei der Lehrausbildung den Unterschied machen können, sagt Maierhofer. Nachzusehen sind die aktuellen Nominierungen sowie die Nominierungen vorangegangener Jahre auf der Webseite ausbilder.at. (red, 29.9.2022)