Aus dem Reich des Wahnsinns: Der tschetschenische Präsident oder doch eher Chef einer Mörderbande, Ramsan Kadyrow, hat einerseits erklärt, dass seine drei Söhne zwischen 14 und 16 Jahren nun für Putin in den Krieg gegen die Ukraine ziehen werden; andererseits fordert er von Putin den Einsatz taktischer Atomwaffen. Fußnote: Vor zehn Jahren machten die damaligen FPÖ-Abgeordneten Johann Gudenus und Johannes Hübner Kadyrow ihre Aufwartung und erklärten, was für ein super Bursch der doch sei.

Ukrainer haben im Osten gerade große Teile des von Russen annektierten Gebiets wiedererobert.
Foto: APA/AFP/JUAN BARRETO

Der Wahn ist aber auch in Moskau zu Hause. Das russische Parlament, die Duma, segnete die Annexion der vier ukrainischen Provinzen durch Putin ab, aber da ist noch eine Kleinigkeit: Die Grenzen sind noch nicht ganz klar. Abgesehen davon, dass die Ukrainer im Osten gerade große Teile des annektierten Gebiets wiedererobert haben – Kreml-Sprecher Peskow erklärte, im Süden sei man sich bei den Gebieten Cherson und Saporischschja auch noch nicht ganz sicher bezüglich der genauen Grenzen, man müsse die Bevölkerung fragen.

Der Hintergrund: Cherson und Saporischschja sind von großer strategischer Bedeutung, die Stadt Cherson liegt am Westufer des Dnjepr und ist wichtig für den Zugang zur Krim und zu Odessa; in Saporischschja liegt das große Atomkraftwerk. Wenn diese Gebiete teilweise wieder verloren gehen, was leicht sein kann, will man in Moskau offenbar sagen können: Das haben wir eh nie annektiert …(Hans Rauscher, 3.10.2022)