Schauspieler Kevin Spacey während des Prozesses in New York auf einer Gerichtsskizze.

Foto: Reuters / Jane Rosenberg

Der Schauspieler Kevin Spacey ist am Donnerstag vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden. Die Geschworenen befanden in einem Zivilprozess, dass der Ankläger seine Behauptung, Spacey habe ihn sexuell belästigt, als er 14 Jahre alt war, nicht bewiesen habe. Der dreiwöchige Prozess hatte vor einem Bundesgericht in Manhattan stattgefunden.

Der heute 50-jährige Schauspieler Anthony Rapp hatte ausgesagt, dass Spacey sich auf einem Bett auf ihn gelegt und seinen Unterleib an seine Hüfte gedrückt habe, bis er sich losreißen konnte. Spacey bestritt die Vorwürfe im Zeugenstand und sagte, er sei nie mit Rapp allein gewesen.

Während der Schlussplädoyers am Donnerstag drängte Rapps Anwalt die Geschworenen, Spacey wegen angeblicher Erinnerungslücken und Veränderungen seiner Schilderungen nicht zu glauben. Spaceys Anwältin, Jennifer Keller, argumentierte in ihrem Schlussplädoyer, dass Rapps Geschichte eine Erfindung sei. Er wünsche sich Aufmerksamkeit und beneide Spacey um dessen Erfolg als Schauspieler.

Weiterer Prozess in London

Der Prozess hatte am 6. Oktober begonnen, knapp knapp fünf Jahre, nachdem Spaceys Karriere durch Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erschüttert wurde. Rund 20 junge Männer hatten ihm Übergriffe vorgeworfen. Rapp hatte Spacey im November 2020 wegen Körperverletzung und vorsätzlicher Zufügung von seelischem Leid verklagt. Ein Richter wies den zweiten Punkt der Klage ab, ließ den Prozess wegen Körperverletzung aber zu.

Spacey muss sich nächstes Jahr in London vor Gericht verantworten. In diesem Prozess hat er sich in fünf Fällen angeblicher Übergriffe zwischen 2005 und 2013 nicht schuldig bekannt. (Reuters, red, 20.10.2022)