Spätestens 2035 sollen keine Autos, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, in der EU mehr verkauft werden dürfen.

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Brüssel – Die Verhandlerinnen und Verhandler der EU-Mitgliedsländer und des Europäischen Parlaments, die beide neuen EU-Normen zustimmen müssen, sowie die Europäische Kommission, die neue Regelungen entwirft, einigten sich darauf, dass Autohersteller CO2-Emissionen bis 2035 um 100 Prozent senken müssen, was den Verkauf neuer, mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeuge in der Union unmöglich machen würde. Ab dann sollen nur noch Neuwagen verkauft werden, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. Im Jahr 2026 soll die Entscheidung erneut überprüft werden können.

Die Einigung beinhaltete auch eine Senkung der CO2-Emissionen für Neuwagen, die ab 2030 verkauft werden um 55 Prozent gegenüber dem Stand von 2021, was weit über dem bestehenden Ziel einer Senkung um 37,5 Prozent bis dahin liegt.

Verwendung von E-Fuels soll überprüft werden

Die Regelung, die die Kommission erstmals im vergangenen Jahr vorgeschlagen hatte, ist ein wichtiger Bestandteil eines umfassenderen Pakets von EU-Maßnahmen zur Erreichung der EU-Klimaziele.

Zudem ist im Kompromiss eine Bitte an die EU-Kommission festgehalten, zu überprüfen, ob der Einsatz von sogenannten E-Fuels für Autos künftig in Frage kommen könnte. Das sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe, bei deren Produktion Treibhausgase gebunden werden. Nutzt man die Kraftstoffe in einem Motor, läuft dieser quasi klimafreundlich, weil das ausgestoßene CO2 aus der Atmosphäre stammt. Kritikerinnen und Kritiker merken aber unter anderem an, dass synthetische Kraftstoffe in anderen Sektoren wie Schiff- oder Luftfahrt deutlich dringender gebraucht werden als im Straßenverkehr. (Reuters, APA, 27.10.2022)