Das Geschäft mit dem großen und kleinen Geschäft wirkt anfangs noch vielversprechend.

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Nach monatelangem vergeblichen Ringen um eine Kapitalspritze will der Online-Babybedarfshändler windeln.de "unverzüglich" Insolvenz anmelden. "Aufgrund des Scheiterns der Verhandlungen geht der Vorstand (...) davon aus, dass keine hinreichende Wahrscheinlichkeit mehr besteht, dass der zusätzliche Finanzbedarf der Gesellschaft durch Investoren gedeckt werden kann", erklärt das Münchner Start-up am Freitag.

Eine positive Fortführungsprognose, mit der überschuldete Firmen eine Insolvenz abwenden könnten, bestehe nicht mehr. Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen, der Umsatz brach 2021 auf 52 Millionen Euro ein.

Windeln.de hatte zunächst auf 5,5 Millionen Euro frisches Kapital von Investoren aus China gehofft, wo das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet. Das Geld kam nicht, und auch andere Investoren seien nun abgesprungen, hieß es.

Als das junge Unternehmen 2015 an die Börse gebracht wurde, war es noch mit einer halben Milliarde Euro bewertet worden. 100 Millionen Euro kamen damals herein. Doch die zu 18,50 Euro ausgegebenen Aktien stürzten schnell ab, am Freitag kosteten sie noch 74 Cent. Der Börsenwert lag noch bei drei Millionen Euro. (APA/Reuters, 28.10.2022)