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Es tritt auf der Präsident des Nationalrates, Wolfgang Sobotka. Auf Facebook. Man sieht so ein Filmchen, der Herr Präsident steht plötzlich auf dem Dach des frischrenovierten Parlaments, fesch, jovial hebt er ein Weinglas und spricht: "Prost!" Und Sobotka fährt gleich fort: "… das werden viele sagen, die dann später auf dieser Terrasse sitzen werden." Es wird dort oben nämlich eine Konsumationsmöglichkeit für Besucher des Parlaments geben. Mit "einem herrlichen Rundblick", wie der Präsident gleich erklärt: Stephansdom, Burgtheater, Hofburg, Präsidentschaftskanzlei, Bundeskanzleramt …

Justizpalast und Landesgericht nicht, die sind auf der anderen Seite. Macht nix, jetzt trink ma amol a Glaserl Wein, einen reschen Veltliner von der Riede "Sesselkleberleitn" vielleicht. Die ÖVP habe "per se" kein Korruptionsproblem, sagte Sobotka, der alte Lateiner, bei anderer Gelegenheit. "Per se" heißt "aus sich heraus", die Volkspartei befindet sich also im Zustand der unbefleckten Empfängnis, das heißt vom Augenblick der Geburt an frei von Sünde.

In der Republik ist ein "Wasserschaden" eingetreten (VdB), nicht nur in der Politik, auch in den Medien haben manche schon nasse Füße. Aber es gibt immer noch welche, die denken, da ist eigentlich nix, das kann man überspielen mit einer Biedermannsmiene – wie nach dem sonntäglichen Kirchgang, bevor man ins Dorfwirtshaus geht. (Hans Rauscher, 7.11.2022)