In Deutschland steht ein kurioser "Feiertag" bevor, zu dem sprachaffine Menschen üblicherweise eine Meinung haben: Am 12. November wird dort Jahr für Jahr der "Tag der schlechten Wortspiele" begangen. Am Sprachwitz, beziehungsweise daran, was man in dieser Hinsicht lustig findet, scheiden sich bekanntlich die Geister.

Wortspiel: Was ist das eigentlich?

Gemeint ist mit dem Begriff "Wortspiel" eine rhetorische Figur, die man generell einsetzt, um Gespräche aufzulockern und als geistreich wahrgenommen zu werden. Kurzweilige sprachliche Spielereien, die man in seine Kommunikation einfließen lässt, bilden die Grundlage von Kalauern und Flachwitzen. Die bekanntesten Vorgehensweisen machen sich etwa absichtliche Buchstabendreher oder klangliche Ähnlichkeiten (Paranomasie) zunutze. Auch Polysemie, der bewusste Einsatz von Mehrdeutigkeit, kann die Basis eines Wortspiels bilden. Ob das mehr oder weniger gelungene Ergebnis dieser Bemühungen tatsächlich gut ankommt und positiv wahrgenommen wird, ist – wie so vieles – freilich subjektiv.

Ideale, aber nicht garantierte Reaktion auf ein Wortspiel: Das Gegenüber lacht.
Foto: Getty Images/SolStock

Von Kalauern und Flachwitzen

Mancher Mensch mag es in dieser Hinsicht übertreiben und nutzt gewohnheitsmäßig Wortspiele am laufenden Band – sehr zum Unmut seiner Umgebung. Vielleicht hat man ja diesen einen Kollegen, bei dem kein Büro-Telefonat ohne derlei auskommt. Das beginnt bei Begrüßungen à la "Buongiorno, John Porno!" und der Nachfrage "Was kann ich gegen Sie tun?", geht heiter weiter mit Floskeln wie "okäse", "na wonderbra" und "wunderbärchen" bis zur Verabschiedung mit "Ciao for now", "Bis baldrian" oder "San Frantschüsko". Wer sich derlei nonstop anhören muss – na herzlichen Glühstrumpf.

Flachwitze, die gezielt erzählt werden und selten mit feiner Klinge brillieren, sind ebenfalls beliebt. Wenn der Clown im Büro mit Faxen beschäftigt oder die Couch sofalockend ist, die Katze im Miezhaus wohnt oder "arm dran" zu sein immer noch besser ist als "Arm ab", bringt das vielleicht den einen oder die andere zum Lachen. Dabei gilt jedoch die Grundregel: Je origineller und weniger abgedroschen das verwendete Wortspiel, desto besser – unfassbier, aber wahr.

Wie schwer die deutsche Sprache ist, wurde in diesem Zusammenhang nicht erst einmal festgestellt – schließlich genügt schon ein einziger Buchstabendreher, und der ganze Satz ist uriniert. Doch ob geistreich, lustig, absurd oder so schlecht, dass es schon wieder gut ist: Für kreative Menschen, die gerne im Mittelpunkt stehen, sind Wortwitze ein dankbares Betätigungsfeld. Und irgendeine Reaktion des Gegenübers bleibt auf derlei Schenkelklopfer meist auch nicht aus.

Wortspiele: Ihr Humor?

Mit welchen Wortspielen haben Sie es im Alltag öfters zu tun – und was halten Sie davon? Machen Sie selbst gern solche Witze, oder finden Sie Wortspiele zum Fremdschämen? Über welchen haben Sie schon gelacht und über welchen eher die Augen verdreht? Und haben Sie einen Lieblingskalauer, den Sie richtig originell finden? Berichten Sie im Forum! (Daniela Herger, 8.11.2022)