Die drei Angeklagten sollen Pflegeaufzeichnungen manipuliert haben, um diverse Zwischenfälle zu verschleiern. (Symbolbild)

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Wiener Neustadt – Ab 12. Dezember stehen in Wiener Neustadt drei ehemalige Pflegekräfte eines Heims in Kirchberg am Wechsel (Bezirk Neunkirchen) vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Frauen und dem Mann unter anderem vor, wehrlose Personen gequält und vernachlässigt zu haben. Zudem werden sie der fahrlässigen Körperverletzung bezichtigt. Die Schöffenverhandlung ist für drei aufeinanderfolgende Tage angesetzt, bestätigte die Sprecherin des Landesgerichts, Birgit Borns, auf Anfrage einen "Kurier"-Bericht (Dienstagsausgabe).

Den drei Angeklagten wird angelastet, Heimbewohner systematisch gequält zu haben, wie auch die Tageszeitung berichtete. Die Vorwürfe sollen von der Verweigerung von Harnkathetern über das bewusste Streichen von Mahlzeiten bis zu mangelnder Körperhygiene reichen. Außerdem soll beispielsweise wochenlang nichts gegen den Ausbruch von Krätzmilben bei Pflegebedürftigen unternommen worden sein, obwohl die Betroffenen bereits Hautausschläge, Juckreiz und schmerzhafte Ekzeme aufwiesen.

Ein Vorwurf betrifft Datenfälschung. Durch eine nachträgliche Manipulation der Pflegeaufzeichnungen sollen die Beschuldigten versucht haben, diverse Zwischenfälle zu verschleiern. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurden die drei Mitarbeiter entlassen. (APA, red, 8.11.2022)