George Russell fährt in Brasilien zu seinem ersten Sieg.

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So freut sich der britische Sieger nach dem Rennen.

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Oben angekommen.

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Hier kracht es: Max Verstappen und Lewis Hamilton.

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Interlagos – Mercedes-Pilot George Russell hat den Großen Preis von Brasilien gewonnen und damit seinen ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert. Der Brite, der tags zuvor den Sprint für sich entschieden hatte, triumphierte am Sonntag beim vorletzten Saisonrennen in Sao Paulo vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und fuhr im 81. Versuch erstmals aufs oberste Stockerl. Carlos Sainz im Ferrari wurde Dritter, Weltmeister Max Verstappen landete auf Rang sechs und sorgte für Unstimmigkeiten.

"Unglaublich, das ist erst der Anfang. Ich bin so stolz auf euch", freute sich Russell am Boxenfunk: "Ich brauche ein paar Taschentücher." Hamilton wurde zum dritten Mal in Folge Zweiter, der siebenmalige Champion jubelte aber trotzdem. "Ich bin so glücklich für George. Er hat das absolut verdient", sagte der Brite. Am kommenden Sonntag findet in Abu Dhabi das Saisonfinale statt, ehe die Königsklasse bis Anfang März in die Winterpause geht. Für Hamilton, der seit seinem Debüt 2007 in jeder Saison zumindest einen Sieg feiern durfte, die letzte Chance, um seine Serie zu prolongieren.

Mercedes-Boss Toto Wolff war nicht in Brasilien vor Ort, der Österreicher befindet sich bereits in den Emiraten und feierte via Videocall mit seinen beiden Schützlingen. Die "Silberpfeile" holten im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung wertvolle Punkte, der Rückstand auf Ferrari beträgt nur noch 19 Zähler. "Dafür haben wir so hart gearbeitet", sagte Hamilton erleichtert. Und Russell war ergriffen: "Ich bin sprachlos. Was für ein unglaubliches Gefühl. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt in dieser Saison."

Verstappen sorgt für Eklat

Für Red Bull endete hingegen eine Serie von neun Siegen hintereinander. Viel schlimmer: Verstappen sorgte für einen Eklat, da er seinen Teamkollegen Sergio Perez trotz Anweisung seines Teams kurz vor Schluss nicht überholen ließ. Perez wurde Siebenter, holte dadurch zwei Punkte weniger und verlor damit den zweiten Platz im WM-Ranking an Charles Leclerc im Ferrari. "Danke. Das zeigt, wer er wirklich ist", war Perez verärgert. Der Mexikaner und Leclerc, der Vierter wurde und ebenfalls nicht wie von ihm gefordert von Sainz vorbeigelassen wurde, haben nun die gleiche Punkteanzahl, der Ferrari-Star allerdings einen Sieg mehr.

Verstappen rechtfertigte sich am Boxenfunk. "Ich habe euch das letzten Sommer gesagt. Ihr sollt mich das nicht noch einmal fragen, ist das klar? Ich habe meine Gründe genannt und dazu stehe ich", sagte der Niederländer. Perez hatte den zweimaligen Weltmeister Verstappen besonders im vergangenen Saisonfinale in Abu Dhabi im Kampf gegen Hamilton uneigennützig unterstützt. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko gab sich im ORF wortkarg: "Das Ziel ist, dass Checo den zweiten Platz in der WM erzielt und Max wird alles unternehmen, um ihm dabei zu helfen." Bei Sky ergänzte er: "Es wurde jetzt besprochen, intern ist alles geklärt. Wir arbeiten als Team."

Russell verteidigte in der ersten Runde seine Führung vor Hamilton, Verstappen und Perez. Leclerc und Sainz starteten im Vergleich zu den Top vier auf den härteren Medium-Reifen und reihten sich zunächst dahinter ein. Ein Crash zwischen McLaren-Pilot Daniel Ricciardo, der den sensationellen Qualifying-Sieger Kevin Magnussen im Haas von der Strecke drehte, sorgte früh für eine Safety-Car-Phase beim 50-Jahr-Jubiläum auf dem Autodromo Jose Carlos Pace.

Verstappen crasht

Nach sieben Runden wurde das Rennen fortgesetzt – und es gab direkt wieder zwei Crashes. Erst fuhr Verstappen seitlich in den Mercedes von Hamilton, dann wurde Leclerc von Lando Norris im McLaren von der Strecke gedreht. Leclerc krachte in die Streckenbegrenzung, konnte aber trotzdem weiterfahren, genauso wie Verstappen, der seinen Flügel wechseln musste und wie Norris eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte. Während sich Verstappen und Leclerc mühsam durchs Feld kämpften, drehte Russell in Führung liegend souverän seine Runden auf dem 4,309 km langen Kurs.

Dahinter kämpfte sich Hamilton, der wegen Verstappen einige Plätze verloren hatte, wieder an das Spitzenfeld heran. Der Rekordweltmeister, seit kurzem brasilianischer Ehrenbürger, überholte nach 45 Runden unter dem Jubel der heimischen Fans den auf Platz zwei liegenden Perez. Da Norris knapp 18 Runden vor Rennende ausrollte, machte eine Safety-Car-Phase das Geschehen noch einmal spannend. Perez war als zwischenzeitlich Dritter als einziger im Spitzenfeld mit den langsameren Medium-Reifen unterwegs und wurde durchgereicht.

Russell blieb unterdessen cool und verteidigte seine Führung vor Hamilton. Eine beeindruckende Aufholjagd lieferten die beiden Alpine-Piloten Fernando Alonso und Esteban Ocon, die von den Startplätzen 15 und 18 auf die Ränge fünf und acht nach vorne fuhren. Verstappen steht indes bereits seit einem Monat vorzeitig als Weltmeister fest, auch Red Bull hatte sich den WM-Titel für den Konstrukteur bereits gesichert. (APA, 13.11.2022)

Großer Preis von Brasilien
21. von 22 Läufen zur Formel-1-WM 2022
71 Runden = 305,909 km:

1. George Russell (GBR) Mercedes 1:38:34,044
2. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 0:01,529 zurück
3. Carlos Sainz jr. (ESP) Ferrari 0:04,051
4. Charles Leclerc (MON) Ferrari 0:08,441
5. Fernando Alonso (ESP) Alpine-Renault 0:09,561
6. Max Verstappen (NED) Red Bull 0:10,056
7. Sergio Perez (MEX) Red Bull 0:14,080
8. Esteban Ocon (FRA) Alpine-Renault 0:18,690
9. Valtteri Bottas (FIN) Alfa Romeo 0:22,552
10. Lance Stroll (CAN) Aston Martin-Mercedes 0:23,552

11. Sebastian Vettel (GER) Aston Martin-Mercedes 0:26,183
12. Zhou Guanyu (China) Alfa Romeo 0:29,325
13. Mick Schumacher (SUI) Haas-Ferrari 0:29,899
14. Pierre Gasly (FRA) AlphaTauri-Red Bull 0:31,867
15. Alexander Albon (THA) Williams-Mercedes 0:36,016
16. Nicholas Latifi (CAN) Williams-Mercedes 0:37,038

Eine Runde zurück:
17. Yuki Tsunoda (JAP) AlphaTauri-Red Bull

Ausgeschieden:
Lando Norris (GBR) McLaren-Mercedes
Daniel Ricciardo (AUS) McLaren-Mercedes
Kevin Magnussen (DAN) Haas-Ferrari

WM-Stand (nach 21 von 22 Rennen):

1. Max Verstappen (NED) Red Bull 429
2. Charles Leclerc (MON) Ferrari 290
3. Sergio Perez (MEX) Red Bull 290
4. George Russell (GBR) Mercedes 265
5. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 240
6. Carlos Sainz (ESP) Ferrari 234
7. Lando Norris (GBR) McLaren 113
8. Esteban Ocon (FRA) Alpine 86
9. Fernando Alonso (ESP) Alpine 81
10. Valtteri Bottas (FIN) Alfa Romeo 49
11. Sebastian Vettel (GER) Aston Martin 36
12. Daniel Ricciardo (AUS) McLaren 35
13. Kevin Magnussen (DEN) Haas 25
14. Pierre Gasly (FRA) AlphaTauri 23
15. Lance Stroll (CAN) Aston Martin 14
16. Mick Schumacher (GER) Haas 12
17. Yuki Tsunoda (JPN) AlphaTauri 12
18. Guanyu Zhou (CHN) Alfa Romeo 6
19. Alexander Albon (THA) Williams 4
20. Nicholas Latifi (CAN) Williams 2
21. Nyck De Vries (NED) Williams 2

Stand Konstrukteurs-WM (nach 21 von 22 Rennen):

1. Red Bull 719
2. Ferrari 524
3. Mercedes 505
4. Alpine 167
5. McLaren 148
6. Alfa Romeo 55
7. Aston Martin 50
8. Haas 37
9. AlphaTauri 35
10. Williams 8