Der zunehmende Arbeitskräftemangel trifft die Pflege besonders hart. Vielfach können Betten nicht belegt werden, weil es zu wenig Personal gibt. Und wer privat Pflegekräfte sucht, hat es immer schwerer. Für die in die Jahre kommenden Boomer ist das keine gute Nachricht. Ein Altern in Würde könnte für manchen ein frommer Wunsch bleiben, wenn es so weitergeht.

Das Arbeitskräftereservoir in Österreich und Europa reicht nicht aus, um den Bedarf an Pflegepersonen zu decken, sagen Fachleute.
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Und das ist leider anzunehmen. Das Arbeitskräftereservoir in Österreich und Europa reicht nicht aus, um den Bedarf an Pflegepersonen zu decken, sagen Fachleute. Um die Lage zu verbessern, müssten daher auch in weit entfernten Drittstaaten Kräfte angeworben werden.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) will das jetzt im Rahmen einer EU-weiten Initiative tun. Wenn alle in Europa an einem Strang zögen, gäbe es für die neuen Pflegenden überall die gleichen sozialen Standards, nationales Hinunterlizitieren wäre dann unmöglich, sagt er. Das stimmt, doch gegen die akute Personalnot hilft es nicht. Bis eine solche EU-Initiative tatsächlich wirkt, vergehen Jahren.

Was also tun? Auch wenn es politisch schwer durchsetzbar erscheint: Österreich muss sich weltweit selbst um interessierte Kräfte bemühen – und zwar über den Pflegebereich hinaus. Das wiederum setzt eine Änderung des strengen Einwanderungsregimes voraus. Nicht einmal 5000 Menschen haben 2021 eine Rot-weiß-rot-Karte ergattert. Das ist viel zu wenig. (Irene Brickner, 22.11.2022)