Vor kurzem haben wir über die "No List" des Reiseführer-Herausgebers Fodor's berichtet – mit Orten, die Touristinnen und Touristen im Jahr 2023 nicht (mehr) besuchen sollten. Weitaus umfangreicher ist die "Go List" von Fodor's, die in sieben Regionen gegliedert ist und jene Destinationen enthält, die der Reiseführer im kommenden Jahr für besuchenswert erachtet. Wir stellen hier die europäischen Kandidaten vor.

Kreta, Griechenland

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"Griechenlands größte Insel ist eine magische Mischung aus vergangenem Ruhm und gegenwärtigen Freuden, mit vielen stilvollen Unterkünften, die den nötigen Komfort bieten", schwärmt man bei Fodor's. Gemächlich gehe es auf der gastfreundlichsten aller griechischen Inseln zu. Angepriesen wird eine Kreuzfahrt auf die Insel Spinalonga, die rosafarbenen Sandstrände von Elafonisi und der Palmenstrand von Vai an der Ostküste Kretas. Dem Palast von Knossos sollte man genauso einen Besuch abstatten wie dem kürzlich renovierten Museum des "Alexis Sorbas"-Autors Nikos Kazantzakis.

Insider-Tipp von Fodor's: "Wenn Sie wirklich eine Megadosis des kretischen Lebensstils in sich aufnehmen wollen, halten Sie Ausschau nach den Plakaten, die für Glendis (Festivals) mit kretischer Musik werben, die normalerweise in kleinen Dörfern stattfinden", heißt es. Für etwa 15 Euro erhalte man ein komplettes Essen, einschließlich Vorspeise, Dessert und Raki, zusammen mit einem "umwerfenden Abend" mit kretischer Musik.

Gent, Belgien

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Gent sei das Kleinod Belgiens, schreibt Fodor's: "Vor mehr als zwei Jahrzehnten war es nur eine weitere Studentenstadt, heute ist Gent dank der jungen Kreativen eines der coolsten und vielseitigsten Reiseziele in ganz Europa." Man verweist auf Gents historische Bauwerke – die mittelalterliche Burg Gravensteen und die gotische St.-Bavo-Kathedrale – als Wahrzeichen der Stadt mit ihrer reichen Geschichte. Am besten sei, die Stadt wie ein Einheimischer zu erkunden, rät man und empfiehlt, sich den kulinarischen Genüssen der Stadt hinzugeben – vor allem dem Bier. Die Craft-Bier-Szene der Stadt explodiere geradezu.

Folgerichtig daher der Insider-Tipp von Fodor's: "Vergessen Sie München und das Oktoberfest. Gent ist die richtige Stadt für Bierliebhaber, die gerne unabhängige Brauereien aufsuchen: Besuchen Sie Geus van Gent, Rock Circus (60 Biere vom Fass) und Barrazza."

Granada, Spanien

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Granada sei eine der fesselndsten Städte Andalusiens. Sie vereine mit ihrer maurischen Architektur und beeindruckenden Kathedralen Ost und West, liest man. Hervorgehoben wird die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Alhambra. Die Stadt sei auch für ihr Essen berühmt. Zu Ostern könne man an den religiösen Umzügen während der Semana Santa beiwohnen, im Juni die Feria de Granada mit ihren Flamenco-Zelten und Festplätzen besuchen.

Insider-Tipp: "Buchen Sie Ihre Eintrittskarten für die Alhambra mindestens einige Wochen im Voraus online, da sie schnell ausverkauft sind. Für ein ganz besonderes Erlebnis sollten Sie eine Eintrittskarte für die Zeit nach Einbruch der Dunkelheit buchen, damit Sie die Paläste bei Sternenlicht sehen können."

Ostuni, Italien

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Ein Besuch in Ostuni sei Pflicht, wenn man in Apulien unterwegs ist, meint man bei Fodor's: "Bekannt als die Weiße Stadt (Città Bianca), steht Ostuni im Kontrast zur beliebten Amalfiküste und ist eine willkommene Abwechslung im Urlaub." Schon aus der Ferne betrachtet sei Ostuni bemerkenswert, aber so richtig eintauchen in die weiße Schönheit könne man bei einem Spaziergang durch die engen Gassen der Stadt. Planschen könne man in der Adria, die nur zehn Minuten entfernt ist. Olivenöl und andere kulinarische Genüsse würden den Besuch abrunden.

Insider-Tipp von Fodor's: "Der samstägliche Markt ist eine gute Gelegenheit, sich unter die Leute zu mischen und Einheimische zu treffen. In Italien ist jeder ein Feinschmecker, und der Markt in der Nähe der Via Gabriele D'Annunzio, südwestlich des Zentrums von Ostuni, bietet eine großartige Kostprobe der lokalen, handwerklichen Lebensmittelkultur, sodass Sie sich unbedingt mit frisch gepresstem Olivenöl als Souvenir für Familie und Freunde zu Hause eindecken sollten."

Rye, England

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Nur zwei Stunden außerhalb Londons liegt die einst lebhafte Hafenstadt Rye an der Küste von East Sussex. "Die kopfsteingepflasterten Straßen sind gesäumt von mittelalterlichen Häusern und anderen alten Gebäuden wie den Türmen von Rye Castle und der Pfarrkirche St. Mary Rye, die den Besucher in ihre faszinierende, historische Vergangenheit eintauchen lassen", heißt es beim Reiseführer. Gelobt werden die vielen Vintage- und Antiquitätengeschäfte und die Kulinarik, die die Stadt zu bieten hat. Eines der besten Dinge an Rye sei aber seine Nähe zur Küste. Hervorgehoben wird Camber Sands, ein Sandstrand, den man nach einem drei Kilometer langen Spaziergang vom Stadtzentrum erreicht.

Fodor's Insider-Tipp: "Besuchen Sie das Harbour Nature Reserve, wo es über viertausend verschiedene Tierarten in Feuchtgebieten, Sümpfen und Kiesgruben gibt."

Trondheim, Norwegen

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"Atemberaubend" findet man bei Fodor's auch Trondheim – mit seiner gotischen Architektur, den bunten Holzhäusern, den Shoppingmöglichkeiten, dem Wikingermuseum NTNU Vitenskapsmuseet und seinen gleich drei mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants. Zudem gilt Trondheim als das Tor zur Goldenen Straße Norwegens, wo Fjorde und ländliche Weiler dichten Wäldern Platz machen. "Diese oft übersehene Touristenroute beginnt in der Stadt Trondheim und erstreckt sich durch die norwegische Region Trøndelag, wo man Küstenstädte, Restaurants auf dem Bauernhof und inspirierende Aussichten findet", wie man erfährt. (red, 25.11.2022)

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