Der betroffene Server sei Minuten nach Auftreten des Datenlecks deaktiviert worden, heißt es auf STANDARD-Nachfrage aus der Bildungsdirektion.

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Wien – Rund 4.000 Empfängerinnen und Empfänger bekamen dieser Tage eine E-Mail der Wiener Bildungsdirektion. Darin wurden sie darüber informiert, dass von einer E-Mail-Adresse der Bildungsdirektion Spamnachrichten verschickt worden waren. Es könne, so hieß es in der Mail, "nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass unbekannte Personen Zugriff auf Daten" bekommen hätten. Weiters wurde dazu geraten, sämtliche Mails, die man nach dem 11. November von der Adresse support-ukr@bd-wien.at erhalten hat, ungeöffnet zu löschen.

Warnung statt Antwort

Für Frau K., eine bestens ausgebildete und vielsprachige ukrainische Pädagogin, die vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Wien geflohen ist, war diese Post besonders unerfreulich, hatte sie doch ihren gesamten Lebenslauf und weitere persönliche Informationen und Daten an die Bildungsdirektion geschickt.

Gehofft hätte sie eher auf eine positive Antwort. Sie hatte sich diesen Sommer nämlich gleich zweimal bei der Bildungsdirektion beworben, weil man ja auch an Wiener Schulen händeringend Lehrpersonal suchte, das geflohene ukrainische Schülerinnen und Schüler unterstützen könnte. Antwort erhielt K. bis November aber keine – dann aber die erwähnte automatisierte Mail.

Auf STANDARD-Nachfrage gibt es seitens der Bildungsdirektion Entwarnung. Man bestätigt zwar, dass Spamnachrichten von einem Server der Bildungsdirektion verschickt wurden, man habe das Problem allerdings binnen Minuten nach Auftreten des Datenlecks erkannt, den Server abgedreht und alle Daten gelöscht. Auch die Datenschutzbehörde sei informiert worden.

"Kein Zugriff auf gespeicherte Daten"

"Wir gehen davon aus", heißt es seitens der Bildungsdirektion, dass kein Zugriff auf die im Postfach gespeicherten Daten erfolgt ist, und "wir können ausschließen, dass Unterlagen heruntergeladen wurden".

Wer auf der Homepage der Bildungsdirektion unterwegs war, brauche sich nicht sorgen, diese liege nämlich auf einem anderen Server.

Nach pädagogischem Personal mit Ukrainischkenntnissen sucht die Bildungsdirektion übrigens nach wie vor.

Dafür wurde eine Seite eingerichtet, auf der sich ukrainische Lehrkräfte direkt bewerben können.

(Colette M. Schmidt, 24.11.2022)